Wenn sich die digitalen Hoffnungen erfüllen sollen, dann muss das Downloadgeschäft in den USA noch deutlich zulegen. Um die Jahresbilanz noch nach oben zu korrigieren, müssten iTunes und Co. bis Silvester wöchentlich mindestens 25 Millionen Tracks verkaufen.
Die Marktforscher von Pali Research haben sich bei ihren Hochrechnungen die Statistiken von Charts-Ermittler Nielsen SoundScan genauer angesehen und kommen dabei zu dem Schluss, dass der digitale Songabsatz zwar weiterhin zunimmt, doch längst nicht mehr im gleichen Ausmaß wie noch in den letzten beiden Jahren. So stieg zum Beispiel die Zahl der verkauften Downloads in den ersten sechs Wochen des vierten Quartals nur um zwei Prozent im Vergleich zum Wochenverkaufsschnitt des dritten Quartals.
In diesen sechs Wochen setzten die Digitalhändler knapp 102 Millionen Tracks ab. Das sind zwar 58 Prozent mehr als zur gleichen Zeit vor einem Jahr, doch das Wachstum verlangsamt sich merklich. In den Vorjahren lagen die Zuwächse regelmäßig im dreistelligen Prozentbereich.
Den insgesamt erneut rückläufigen Trend im US-Markt werden digitale Formate ohnehin nicht ins Positive wenden können, so Pali Research. Doch um auf ein nur moderates Minus in der Endabrechnung des Jahres 2006 zu kommen, müsste sich die Absatzkurve schnell stark nach oben entwickeln.
Bislang wurden in den USA seit Jahresbeginn 746 Millionen Songs verkauft – 80 Prozent mehr als zur gleichen Zeit vor einem Jahr. Damals kamen in den letzten sechs Wochen des Jahres noch gut 100 Millionen Tracks zur Gesamtbilanz dazu. Das zu übertreffen sollte bei den aktuellen Absätzen kein Problem sein, doch die hochgerechneten Verkäufe werden kaum ausreichen, um das weiterhin lahmende physische Geschäft aufzufangen.





