Die krisengebeutelte Sanctuary Group will durch die Ausgabe von weiteren Anteilen im Wert von 110 Mio. Pfund ihr Überleben sichern. Einen Teil der Wertpapiere, die unter Kurswert abgegeben werden sollen, wolle Big-Brother-Produzent John de Mol kaufen. „Durch die Summe, die so erzielt werden soll, und ihre Auswirkung auf den Marktwert des Unternehmens müssen auch bisherige Shareholder mit einer deutlichen Verwässerung des Aktienkapitals rechnen“, teilte der britische Konzern mit. Wie Sanctuary erklärte, habe das Unternehmen für den Aktienverkauf „Signale der Unterstützung“ von Investoren erhalten.
Den neuen Fundraising-Plan enthüllte die Unternehmensführung im Anschluss an die Bekanntgabe von Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. 2005 fuhr Sanctuary demnach einen Verlust von 142,8 Mio. Pfund ein. Der Verlust war damit im vergangenen Jahr fünfmal so groß wie 2004, als er mit 29,3 Mio. Pfund beziffert wurde. Der Umsatz sank 2005 um 6,3 Prozent auf 156,1 Mio. Pfund.
„Trotz des schrecklichen Jahres, das hinter uns liegt, schauen wir mit Zuversicht in die Zukunft“, sagte Andy Taylor, der 2005 zwar von seinem Posten als Chairman zurückgetreten war, aber weiterhin als Chief Executive fungiert. „Das grundlegende Business-Modell von Sanctuary ist ein gutes“, glaubt Taylor nach wie vor. Bereits kurz nach der Bekanntgabe der Aktienveräußerung brach das Sanctuary-Papier an der Börse weiter ein. Es verlor um 4,8 Prozent und stand bei einem Pence. Der Firmenwert des Unternehmens an der Börse fiel dadurch auf unter vier Mio. Pfund.





