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500 Wochen – neuer Chartsrekord im deutschen Musikmarkt

Das unabhängige Label Lamp & Sumfleth Entertainment stellt eine Bestmarke in den Offiziellen Deutschen Charts auf: Das Kinderliederalbum „Die 30 besten Spiel- und Bewegungslieder“ kommt auf nunmehr 500 Platzierungswochen in der Hitliste. Diese Woche landet der Longplayer auf Rang 76. Florian Lamp und Marco Sumfleth stellen sich den Fragen von MusikWoche.

Schon im Frühjahr 2021 kürten die Charts-Ermittler von GfK Entertainment die „Die 30 besten Spiel- und Bewegungslieder“ von Simone Sommerland, Karsten Glück und den Kita-Fröschen aus dem Hause Lamp & Sumfleth Entertainment zu dem „am häufigsten in den Top 100 Longplay-Charts platzierten Album aller Zeiten“ – inzwischen sind noch ein paar Wochen hinzugekommen. In der aktuellen Erhebungswoche machte die Produktion die 500. Woche in der Hitliste voll – über den Daumen mehr als neuneinhalb Jahre. Zum Vergleich: Helene Fischer oder Andrea Berg kommen mit ihren „Best Of“-Dauerbrennern auf bislang 374 beziehungsweise 350 Wochen in den deutschen Charts. Zum Chartsrekord stellte MusikWoche den beiden Geschäftsführern Florian Lamp und Marco Sumfleth einige Fragen.

MusikWoche: Mit dem Album „Die 30 besten Spiel- und Bewegungslieder“ von Simone Sommerland, Karsten Glück und den Kita-Fröschen kommen Sie nun auf inzwischen 500 Wochen in den Offiziellen Deutschen Charts. Was bedeutet solch ein Dauerbrenner-Erfolg für Ihr Unternehmen und dessen Wahrnehmung in der Musikbranche?

Florian Lamp und Marco Sumfleth: Wir sind sehr stolz, dass es uns als kleines Label gelungen ist, so einen Chartsklassiker zu etablieren. Nicht mal ABBA, die Beatles oder Helene Fischer haben es geschafft, sich mit einem Album 500 Wochen in den Charts zu platzieren. Und dann sind wir nun auch noch die Ersten, die das überhaupt jemals geschafft haben. Das ist schon unglaublich, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir keinen Promotionapparat wie die Majors und auch keine großen Marketingbudgets in die Hand genommen haben. Das Album ist ganz organisch gewachsen und hat sich hauptsächlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda zu dem erfolgreichen Produkt entwickelt, das es nun ist. Die Wahrnehmung in der Branche ist zu spüren – wir bekommen viele Angebote – sei es für Kooperationen oder Vertriebsübernahmen. Das freut uns, ist aber sekundär für uns. Wir wollten nach langen Jahren als Angestellte in der Musikbranche – sowohl Marco als auch Florian waren langjährig bei Universal Music tätig – unabhängig und kreativ arbeiten und damit unser Geld verdienen – das haben wir erreicht und darüber sind wir sehr froh.

„Nicht mal ABBA, die Beatles oder Helene Fischer haben es geschafft, sich mit einem Album 500 Wochen in den Charts zu platzieren.“ Florian Lamm und Marco Sumfleth.

MusikWoche: Motivationshilfe oder Hemmschuh, wie gehen Sie angesichts dieses Erfolgs neue Produktionen an?

Florian Lamp und Marco Sumfleth: Der außergewöhnliche Erfolg dieses Albums ist ja schon seit sehr vielen Jahren erkennbar. Für uns war es von Anfang an wichtig, nicht nur ein Einzelprojekt, sondern eine nachhaltige Serie zu gestalten und anschließend diesen Erfolg in andere Formate wie DVD, YouTube, Bücher oder Hörbücher zu tragen. Dies ist uns gelungen. So haben viele andere Alben von Simone Sommerland mittlerweile Platinstatus erreicht. Das hat uns beflügelt, weitere Konzepte außerhalb der „Die 30 Besten“-Produktionen ausprobieren. Einige dieser Konzepte sind ebenfalls in Serie gegangen. Mittlerweile gibt es kaum Nischen im Kindermusikbereich, die von uns noch nicht bedient wurden. Trotzdem hören wir nicht auf, nach diesen Nischen zu suchen.

MusikWoche: Selbst ist das Team oder partnerschaftliche Zusammenarbeit: Wie viel Arbeit in Sachen Marketing und Promotion steuert Ihr Unternehmen selbst zu diesem und weiteren Erfolgen bei, wie sieht die Zusammenarbeit im Vertriebsbereich mit Universal Music und Kontor New Media aus?

Florian Lamp und Marco Sumfleth: Unsere Vertriebspartner Universal Music (physischer Vertrieb) und Kontor New Media (digitaler Vertrieb) sind sehr wichtige Partner für uns, mit denen wir schon jeweils lange hervorragend und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Wir sind in einem ständigem Austausch mit unseren Partnern und sind den Weg stets gemeinsam gegangen. Allerdings beschränken sich die Tätigkeiten von Universal Music und Kontor New Media auf den Vertrieb und die Vertriebspromotion. Die Labelarbeit erfolgt in unserem Team. Neben uns als Geschäftsführern und Gesellschaftern arbeiten bei uns noch Nicole Khan, Martin Rutter und Angelika Pohl. Alles ehemalige Universal-Music-Kollegen, die wir an dieser Stelle auch einmal loben möchten für ihre treue und zuverlässige Arbeit in den letzten Jahren!

Stellen miteinander das Team von Lamp und Sumfleth (von links): Marco Sumfleth, Martin Rutter, Nicole Khan, Angelika Pohl und Florian Lamp, hier im Jahr 2018. Foto: Lamp & Sumfleth Entertainment

MusikWoche: Die Edelmetall-Datenbank des BVMI weist für die Produktion weiterhin Dreifach-Platin aus, aber müsste das Album nicht inzwischen über die 600.000 kumulierten Verkäufe hinaus sein?

Florian Lamp und Marco Sumfleth: Ja, das wissen wir. Andere Alben sind auch schon weitere Edelmetallschritte gegangen. Wir werden demnächst Meldung machen, denn auch die ersten Einzelsongs haben schon Platin-Status erreicht und es werden viele weitere folgen in den nächsten Jahren.

MusikWoche: Zahlen bitte: Bei VÖ Anfang 2011 dürfte der physische Tonträger gerade im Bereich Kids-Entertainment noch die größere Rolle gespielt haben, angesichts von fast zwei Millionen monatlichen Hörer:innen allein bei Spotify dürfte die digitale Auswertung inzwischen vorn liegen. Wie sieht der physische Anteil an den 500 Wochen übergreifend aus, wie sieht die aktuelle Verteilung auf die verschiedenen Vertriebswege aus?

Florian Lamp und Marco Sumfleth: Ehrlich gesagt, rechnen wir da gar nicht so genau nach. Tatsache ist, dass wir im Gegensatz zu anderen Genres unseren physischen Anteil im Kindermusikbereich immer etwas größer halten konnten. Wichtig aber war, dass wir den über die Jahre verlorenen physischen Anteil 1:1 in digitalen Umsatz umwandeln konnten und das haben wir geschafft, dank der fantastischen Streamingzahlen.

MusikWoche: Welche Rolle spielen dabei die fast 2,6 Millionen Abos auf dem YouTube-Kanal „Kinderlieder zum Mitsingen und Bewegen“, geht es hier eher um Reichweite und Promotion, oder spielt das auch in Hinblick auf Werbeerlöse eine echte Rolle?

Florian Lamp und Marco Sumfleth: Beides! Wobei die Werbeerlöse mittlerweile nicht zu unterschätzen sind. YouTube ist neben Spotify, Amazon und Apple ein wichtiger digitaler Streamingpartner für uns.

MusikWoche: Hand aufs Herz, wann haben Sie das Album zuletzt selbst gehört?

Florian Lamp und Marco Sumfleth: Unsere eigenen Kinder sind mittlerweile deutlich aus dem Kindergartenalter raus. Privat hören wir das Album in der Tat selten. Beruflich für das Zusammenstellen von Playlists etc. werden die Titel weiterhin sehr oft von uns gehört.