“Es macht immer Spaß, etwas Neues zu entwickeln“, sagt Jochen Tiffe. Und deshalb hat er auch als Mitgesellschafter seinen Beitrag zur gerade beendeten neuen Kölner Großveranstaltung c/o pop geleistet. Neues entwickelt Tiffe zusammen mit seinem Partner Peter Debüser seit den 80er-Jahren, als beide im Luxor, dem Vergängerclub des Prime, arbeiteten. Nach Zwischenstationen als Programmmacher im Kölner E-Werk (Debüser) und als Booker für Guildo Horn (Tiffe) kam vor sieben Jahren das Angebot, das kriselnde Luxor zu übernehmen. Seit 1997 führen Tiffe und Debüser den Prime Club mit einer Kapazität von 500 Besuchern sowie die örtliche Konzertagentur Prime Entertainment – einen Betrieb mit ingesamt acht Büromitarbeitern. An 150 Abenden ist der Prime Club als Diskothek geöffnet, mindestens 100 Konzerte veranstaltet Prime Entertainment im Jahr.
Im Agenturbereich setzt das Unternehmen etwa doppelt so viel um wie im Clubbetrieb. „Die Livemusikbranche ist nach wie vor entwicklungsfähig“, sagt Jochen Tiffe. „Das Erlebnis eines Konzerts ist eben durch nichts zu ersetzen.“ Für nahezu alle großen Tourneeveranstalter führt Prime die örtlichen Veranstaltungen in Köln (und zum Teil in Düsseldorf) durch. Auch mit regionalen Mitbewerbern wie der CTS-Eventim-Tochter Dirk Becker Entertainment oder dem Concert Team Düsseldorf (CTD) gibt es Kooperationen. „Es spricht nichts dagegen, Synergien zu suchen“, sagt Tiffe. So profitiere man zum Beispiel von Dirk Beckers Präsenz im Ruhrgebiet, wenn beide Unternehmen gemeinsam das Konzert der Fantastischen Vier in der Oberhausener König-Pilsener-Arena (8. Dezember) ausrichten. Neben einer klaren Positionierung mit dem Schwerpunkt „anspruchsvolle Rock- und Popmusik“ sieht der Geschäftsführer einen weiteren Pluspunkt für Prime in dem engen Verhältnis zu Künstlern und deren Agenturen.
„Wir veranstalten Künstler, die vor wenigen hundert Zuschauern in unserem eigenen Club gespielt haben, auch später in größeren Hallen weiter“, berichtete Tiffe. Als Beispiele nennt er Maroon 5, The Rasmus, Heather Nova oder die Sportfreunde Stiller. Teil des Geschäfts unter guten Partnern sei es aber auch, im Zweifelsfall angebotene Acts abzulehnen. „Es gehört zu unseren Aufgaben und unserer Verpflichtung als Promoter, einschätzen zu können, wann es für einen Künstler sinnvoll ist zu spielen und wann nicht.“ In diesem Zusammenhang kritisiert der Prime-Geschäftsführer wie viele seiner Kollegen (siehe Heft 35/04) die Entwicklung der Eintrittspreise. „Hier ist man teilweise bei einem Niveau an der Grenze des Vertretbaren“, meint Tiffe. Insgesamt habe sich die Marktlage allerdings „in den vergangenen Jahren durchaus positiv entwickelt“. Den Ausbau der kleinen Prime-Unternehmensfamilie um eine weitere, größere Spielstätte hält Geschäftsführer Tiffe für „durchaus vorstellbar“.





