2025 hatte die Bundesregierung das Reeperbahn Festival noch mit 6,27 Millionen Euro gefördert, 2026 hat sie diese Mittel laut Angaben der Hamburger Kulturbehörde auf rund 4,5 Millionen Euro reduziert. Der vom Bundeskabinett beschlossene Haushaltsentwurf für 2027 Jahr sehe nur noch Fördermittel in Höhe von drei Millionen Euro vor.
Die dpa zitiert aus dem Schreiben, das Alexander Schulz an an die Mitglieder von drei Bundestagsausschüssen geschickt hat: „Diese erneute radikale Reduzierung in dieser kurzen Zeit birgt akut die konkrete Gefahr, den internationalen Marktplatz auf ein regionales Niveau zurückzuführen und Deutschlands Vorreiterstellung in diesem Bereich aufzugeben.“ Die Ausschüsse sollten sich dafür einzusetzen, dass die Bundesförderung des Festivals nicht durch eine weitere drastische Kürzung gefährde, sondern eine Übergangslösung auf Basis des Haushaltsansatzes 2026 ermöglicht werde.
Schulz verweist in de Zusammenhang auch auf die aktuelle politische Lage. Gerade nach dem Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sei die geplante kulturpolitische Ausrichtung ein fatales Signal, so Schulz in dem Schreiben. Kulturelle Veranstaltungen wie das Reeperbahn-Festival seien Orte, an denen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Haltung zusammenkämen – und damit ein wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda hofft ebenfalls darauf, dass der Bund die Bedeutung der Musikwirtschaft und des Reeperbahn-Festivals als „eine der global wichtigsten Musikveranstaltungen und als Leuchtturm der deutschen und europäischen Musikbranche anerkennt“, wie er auf dpa-Nachfrage formuliert. „Wenn die bisherigen Entscheidungen des Bundes nicht korrigiert werden, droht eine empfindliche Schwächung des ganzen Musikstandorts Deutschland. Es bleibt die Hoffnung, dass sich in der Beratung des Bundeshaushalts noch Möglichkeiten ergeben, eine bessere Finanzierung des Bundes sicherzustellen.“
Bereits im Juli hatte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mehr finanzielle Beteiligung von der Stadt Hamburg für das Reeperbahn Festival gefordert, da die Stadt ja auch Nutznießer des Festivals sei. „Wer von der Strahlkraft des Festivals profitiert, sollte auch Verantwortung für seine Finanzierung übernehmen“, so Weimer gegenüber der dpa. Deshalb erwarte er, dass sich die Stadt Hamburg künftig deutlich stärker beteiligen werde.
Auch im großen MusikWoche-Interview mit Alexander Schulz geht es um das Thema Fördermittel. Privatwirtschaftlich, so Schulz in dem Gespräch, sei eine Veranstaltung wie das Reeperbahn Festival nicht umsetzbar. Das vollständige Interview steht in MusikWoche 37/2026, im dazugehörigen E-Paper oder hier.






