Euer Kollektiv engagiert sich für eine engere Zusammenarbeit der Rap-Community im Pott. Ist euch das bisher gelungen?
In Dortmund auf jeden Fall. Auf den ersten Blick war das gar nicht so einfach – aber wir haben Leute gefunden, mit denen wir wirklich zusammen Musik machen. Inzwischen arbeiten wir auch viel mit anderen Kollektiven aus dem Pott zusammen und versuchen, da was zusammenzubringen.
Uns geht es dabei nicht darum, alles auf HipHop und Rap einzugrenzen, sondern mehr auf die Culture zu achten und auf das, was drumherum abgeht.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit in einem Kollektiv, in dem sicherlich oft unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen?
Erstmal ist es etwas super Positives, dass man unterschiedliche Meinungen hat. Klar, einfacher wäre es, wenn wir sechsmal dieselbe Figur wären – künstlerisch wie persönlich. Dann müsste man keine Kompromisse finden und wüsste sofort: Das ist die künstlerische Identität von Patina Records. So ist es bei uns aber nicht.
Und genau das führt dazu, dass sechs komplett verschiedene Köpfe mit komplett verschiedenen Einflüssen etwas kreieren können, das es so noch nicht gibt und das alle möglichen Extreme und Facetten von Kultur aufgreift. Ein Mensch allein könnte gar nicht so viele Einflüsse haben, wie Patina sie hat.
Funktionieren tut das, weil wir ein supertiefes Grundvertrauen haben. Wir haben uns als Freunde kennengelernt, wir wissen, dass wir alle gute Menschen sind und, dass unsere Moralwerte übereinstimmen – das sind die wichtigsten Sachen. Dadurch ist es total okay, in kleineren Dingen auseinanderzudriften, künstlerisch wie bei der Frage, wie man etwas handhaben sollte.
Dann ist es auch okay, ein Streitgespräch zu führen und die Sachen wirklich durchzusprechen, weil wir wissen: An diesem Grundvertrauen wird nicht gerüttelt. Das ist viel wertvoller, als Dinge in sich reinzufressen oder mit sich selbst auszumachen. Wir glauben, Patina Records profitiert davon auf der menschlichen wie auf der künstlerischen Ebene sehr.
Worauf dürfen sich Branchenpublikum und Fans bei eurem Auftritt auf dem Reeperbahn Festival freuen?
Auf eine wahnsinnige Show. Volle Energie, die Leute springen rum – es ist eine Show, bei der einfach rasiert wird. Darauf dürfen sich die Leute in Hamburg freuen.
Was wollt ihr vom Reeperbahn Festival mitnehmen?
Wir haben ein bisschen Medienzeug vor, wollen den einen oder anderen Talk besuchen, hier und da vorbeischauen, Leute treffen, connecten. Einfach dabeisein, mit den Leuten und mit der Kultur – das ist unser Wunsch.
Und ansonsten: so viel Catering wie möglich, wie immer. Wir essen immer gerne, was umsonst ist. Dazu eine schöne Zeit in Hamburg – ich persönlich würde gern einen Tag Sightseeing machen, mir den Fischmarkt angucken, ein Fischbrötchen essen und schauen, was es sonst für historische Sehenswürdigkeiten gibt. Vielleicht noch mal an die Elbe, ans Wasser setzen, ein Buch mitnehmen und ein bisschen lesen.
Wenn ich in einer anderen Stadt bin, nehme ich die Stadt gerne mit. Die Laufschuhe kommen auch mit, eine Runde joggen die Elbe lang – darauf habe ich großen Bock. Und Patina Records nimmt natürlich wie immer gut was zu essen mit und eine Flasche Wodka aus dem Backstage. So wie immer.







