Superstruct Entertainment hat einen „Artistic Code“ veröffentlicht. Dieser soll als verbindlicher Rahmen für Booking-Entscheidungen und den Umgang mit Auftritten dienen. Der Konzern betont darin die künstlerische Freiheit innerhalb der gesetzlichen Grenzen. So dürfen Künstler politische oder gesellschaftliche Positionen vertreten, ohne dass Superstruct redaktionell eingreift oder Inhalte zensiert.
Absolute Grenzen ziehe das Unternehmen jedoch bei zwei Punkten: Gefährdungen der Sicherheit von Publikum und Personal sowie Inhalte, die im jeweiligen Veranstaltungsland illegal sind. Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter oder Behinderung wird grundsätzlich nicht toleriert. Dies gilt für Booking-Entscheidungen ebenso wie für den Umgang mit Mitarbeitenden.
Bei der Künstlerauswahl verzichte Superstruct auf pauschale Ausschlusslisten. Reputationsfragen könnten nur bei konkreten, sachlich belegten Bedenken eine Rolle spielen. Falle ein bestätigter Act nachträglich durch diskriminierendes oder rechtswidriges Verhalten auf, behalte sich der Konzern eine erneute Prüfung vor.
Der „Showday Code“, der in die Künstlerverträge einfließen soll, legt Verhaltensregeln für alle Beteiligten vor Ort fest. Ein Show-Stop-Verfahren regelt zudem, wie Auftritte bei akuter Sicherheitsgefährdung kurzfristig unterbrochen werden können. Flaggen und Banner im Publikum sind erlaubt, solange sie nicht gegen geltendes Recht verstoßen.
In Deutschland hält Superstruct Beteiligungen am Metal-Festival Wacken Open Air sowie an den beiden Weezer Festivals Parookaville und San Hejmo.
Politische Aussagen auf Festivalbühnen standen zuletzt in Deutschland im Mittelpunkt der Diskussion, als der Alphaville-Sänger Marian Gold öffentlich machte, dass das Glücksgefühle Festival die 80er-Band wegen eines Streits über genau dies ausgeladen hatte. Gold sprach in diesem Zusammenhang von einem „Maulkorberlass“ – Veranstalter Michael Krampe ruderte anschließend zurück, entschuldigte sich bei der Band und lud sie wieder ein, was Alphaville allerdings ablehnten. Im Zuge dessen solidarisierten sich viele Fans und Branchenakteure in den sozialen Medien mit der Band und viele Künstler:innen äußerten sich anschließend explizit politisch auf den verschiedenen Bühnen des Festivals – darunter Nura, Culcha Candela und auch die No Angels traten mit „FCK AFD“-Shirts auf.






