Erst hagelte es Kritik von den Fans, dann stieg Hauptsponsor Pepsi aus und schließlich wurde dem Headliner die Einreise verweigert. Letzteres hat den Veranstaltern des Wireless Festivals wohl den Rest gegeben, sodass sie sich gezwungen sahen, das komplette Festival abzusagen.
Am 30. März 2026 hatten die Veranstalter des Wireless Festivals den Rapper Kanye West, der sich mittlerweile nur noch Ye nennt, als Headliner aller drei Festivaltage bekannt gegeben. Da es sich um die ersten Shows des Musikers seit elf Jahren gehandelt hätte, sorgte die Ankündigung für einiges Aufsehen, rief aber auch eine Reihe von Kritikern auf den Plan.
Kanye West hatte sich in der Vergangenheit mehrfach antisemitisch geäußert, den US-Präsidenten Donald Trump unterstützt und 2025 einen Song mit dem Titel „Heil Hitler“ veröffentlicht.
Am 5. April gab Hauptsponsor Pepsi bekannt, sich von den Vereinbarungen mit dem Festival zurückzuziehen; einen Tag später folgten einige weitere Partner der Veranstaltung. Sogar Premierminister Keir Starmer äußerte sich kritisch zum bevorstehenden Auftritt des Rappers.
Am Nachmittag des 7. April machte die Nachricht die Runde, dass das britische Innenministerium (Home Office) Kanye West die Electronic Travel Authorisation verweigert habe. Somit wurde ein Auftritt des Rappers unmöglich. Kurze Zeit später gaben die Veranstalter gegenüber dem Branchenblatt „Billboard“ die offizielle Absage des Wireless Festivals bekannt.
Das Festival hätte eigentlich vom 10. bis 12. Juli im Londoner Finsbury Park stattfinden sollen.
„Das Innenministerium hat Ye die Einreiseerlaubnis entzogen und ihm die Einreise ins Vereinigte Königreich verweigert. Infolgedessen wird das Wireless Festival abgesagt und alle Ticketinhaber erhalten eine Rückerstattung“, heißt es von Festival Republic. „Wie bei jedem Wireless Festival wurden vor der Buchung von Ye mehrere Stakeholder konsultiert, und zu diesem Zeitpunkt wurden keine Bedenken geäußert. Antisemitismus in all seinen Formen ist abscheulich, und wir erkennen die realen und persönlichen Auswirkungen dieser Probleme an. Wie Ye heute sagte, räumt er ein, dass Worte allein nicht ausreichen, und hofft dennoch, die Gelegenheit zu erhalten, einen Dialog mit der jüdischen Gemeinschaft im Vereinigten Königreich zu beginnen.“







