Vertriebstagung Warner Music Germany: „Wir wollen weiter nach vorne‘

Unter dem Motto „It’s Warner Time“ trafen sich die Mitarbeiter von unlängst zur Vertriebstagung. Als Devise gab , President Central & Northern Europe aus: „Wir wollen auf dem deutschen Tonträgermarkt weiter nach vorne.“

Die Strategie „eine Company, drei Kreativzellen“ habe viele Synergieeffekte freigesetzt, so Gebhardt in seiner Eröffnungsrede. Ebenfalls positiv falle der Merger AOL/Warner aus, der sogar dem gesamten Musikmarkt Vorteile bringe und den Gebhardt als Glücksfall bezeichnete. Dies hätten erste Meetings der Arbeitsgruppen der Firmen gezeigt.

Der Musikmarkt im Internet habe auch eine kommerzielle Zukunft, die ebenso das Breaken von Newcomern zulasse. AOL werde dafür sorgen, dass das Warner-Repertoire im Internet den Platz erhalte, den es verdiene. Gebhardt zeigte sich außerdem erfreut, dass das Bewusstsein, ein Unternehmen mit selbstständig operierenden Gesellschaften zu sein, in den vergangenen Monaten weiter gewachsen sei.

Durch den Umzug in das neue Hamburger Warner-Haus, der für April 2002 geplant sei, gebe es kürzere Kommunikationswege und eine Stärkung des Wir-Gefühls. Der Warner-Chef sprach auch die aktuelle Schwäche seines Unternehmens bei den Singles an und forderte, den Anteil des Domestic-Repertoires zu stärken und konsequent und kompromisslos kommerziellen Produkten den Vorrang zu geben, nach dem Motto: „Single-Hit macht Album fit.“

Commercial Director erläuterte vor den Warner-Mitarbeitern die „schwierige Situation des deutschen Tonträgermarktes“. Der Warner-Vertrieb stehe jeden Tag aufs Neue auf dem Prüfstand, ebenso die A&R- und Marketingabteilungen: „Die Zeiten, in denen man einen Künstler oder eine Gruppe in Ruhe aufbauen konnte, gehören der Vergangenheit an.“ Bewährt hat sich laut Lauen der Zusammenschluss der Außendienst-Mannschaft, als Motto gab er die Devise „Umsatz steigern, Profit erhöhen, Marktanteile dazugewinnen“ aus.

Das sei Warner gelungen, zum Quartalsende habe man ein Plus von 46 Prozent verzeichnet, der Marktanteil sei im Vergleich zum Vorjahr in den ersten beiden Monaten des Jahres von 14,7 auf 17,1 Prozent gestiegen. Sorgen macht sich Lauen um den Handel. Das Platzangebot werde nicht größer, das Personal im Handel nicht mehr und die intellektuelle Aufnahmefähigkeit der Mitarbeiter im Handel habe fast ihre Grenze erreicht. Hinzu komme, dass zu niedrige Umsätze den Lagerdruck erhöhen und bei kleineren Fachhändlern die Liquidität gefährden würden.