Vertriebschefs zur Retouren-Regelung: „Rundumschlag falscher Weg‘

Viele Händler befürchten, dass der Wegfall der Retourenregelung bei BMG Ariola nur der Anfang ist – die restlichen Majors könnten nachziehen. MUSIKWoche holte die Meinung der Vertriebschefs zum Thema ein.

“Ich habe keinerlei Pläne, meine Retouren-Philosophie zu ändern“, meint , Geschäftsführer von Universal Vertrieb. Kleine Händler erhielten nach wie vor das Recht, einen Teil der bestellten Ware zu retournieren. Ähnlich äußert sich auch , Commercial Director/Vertriebsleiter von Warner Music Germany. „Die Stückzahl ist für uns nicht entscheidend“, meint Lauen, „sondern die Bereitschaft des Händlers, am Artist Development mitzuwirken: Selbst Händler, die nur 20.000 Mark Umsatz im Jahr bei uns machen, können wichtig sein“.

Ein „Rundumschlag“ sei der falsche Weg. Er würde den „Tod der kleinen Pflänzchen, die wir mühsam hegen“ bedeuten. Bei Warner würde deswegen die Retouren-Quote nicht durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt, sondern mit individuellen Verträgen. Je besser der Tonträger-Laden mitarbeite, desto großzügiger falle das Retouren-Recht aus. Bei dem Vertrieb der EMI gibt es ebenfalls keine Pläne, das Retourenrecht zu verschärfen oder für die kleinen Händler ganz zu streichen. Sales Director sagt: „Das Handling wird sich nicht ändern. Kleinere Händler können nach wie vor im Rahmen einer bestimmten Quote Retouren schicken. Ich glaube nicht, dass sich durch die Streichung der Retouren viel Geld sparen läßt: Wer gezielt ordert, hat meistens auch wenig Retouren.“ Burchert ist zudem der Meinung, dass kleine Händler auch in Zukunft überleben können, wenn sie sich „spezialisieren und guten Kundenservice bieten“.

Und auch bei Sony Music Entertainment (Germany) bleibt alles beim Alten, wie , Vice President Sales GSA, bestätigt. An eine Änderung der Retouren-Regelung werde derzeit nicht gedacht. Krambo will „den Handel nicht alleine lassen“, er betont, dass es „wichtig ist, dass die Distribution der Sony-Produkte nicht leidet und die Ware auch den Kunden erreicht“. Allerdings empfiehlt auch er kleinen Händlern, die Ausrichtung ihres Sortiments zu überdenken – gerade in Orten, in denen große Ketten wie Müller oder Media Markt mit Filialen vertreten sind.