Rolf Bähnk ist tot. Am 28. September 1948 geboren, starb er nach langer, schwerer Krankheit am 27. November 2018 im Alter von 70 Jahren. Der Vertriebsexperte war unter anderem für Teldec und TIS, edel Contraire und Soulfood aktiv.
Rolf Bähnk begann seine Karriere in der Musikbranche nach dem Abschluss einer kaufmännischen Lehre 1967 im Marketing-Team der damaligen Teldec, wo er unter anderem die MusiCassetten-Abteilung aufbaute. 1970 ging er von Hamburg nach Berlin, wo er Mitbegründer des Unternehmens ITP, das später unter den Namen Kiosk und Kiddinx vor allem mit Kindertonträgern und -videos Erfolge verbuchte. Nebenbei war er involviert in den Start von K-Tel und verantwortlich für die Konzeption der Hitkopplung „Power Hits“.
Mitte der 70er-Jahre rief er in Hamburg zudem den Importdienst Teldec Import Service Independent Service (TIS) ins Leben, der später zur einstigen eastwest gehörte. 1994 wechselte er zu Edel und baute dort den Importdienst edel Contraire auf und leitet dessen Aktivitäten bis 2001. Ab 2002 war er dennoch für den damals gerade neu gegründeten Vertrieb Soulfood Music Distribution als Label Consultant tätig.
In seiner Freizeit spielte Rolf Bähnk lange leidenschaftlich Tennis und reiste. Bähnk verbrachte viel Zeit in seinem langjährigen Zweitdomizil auf Mallorca, kam aber auch bis nach Vietnam oder zur Fußballweltmeisterschaft nach Südafrika.
„Rolf Bähnk hat seinen Job von der Pike auf gelernt“, schrieb Willi Andresen in einem Portrait über Rolf Bähnk, als der 2008 nach vier Jahrzehnten im Musikbusiness seinen Abschied feierte. „Marketing, A&R, Promotion, Vertrieb, Lehrlingsausbilder, Organisator, sogar Lagerarbeiter – es gibt nichts, was Rolf Bähnk nicht getan hat. Und meist mit großem Erfolg.“ Bähnk habe „eine Spürnase“ für kommende Erfolge gehabt, und Geschäfte zielstrebig, fair und professionell abgewickelt, konnte es sich in den 80er-Jahren aber auch erlauben, einmal den gesamten Karstadt-Konzern als Handelspartner auszulisten: „Die waren frech zu mir und verlangten nicht rechenbare Konditionen. Der Rausschmiss war ein voller Erfolg, denn mit allen anderen Händler machten wir danach mehr Umsatz als vorher“, erinnerte sich Bähnk 2008.






