Recorded & Publishing

Ehemalige edel- und Connected-Mitarbeiter gründen Vertrieb: Soulfood bittet zu Tisch

Am 1. Mai nahm Soulfood Music Distribution seine Arbeit auf. Im Gespräch mit musikwoche.de erklärt Jochen Richert, gemeinsam mit Georg Schmitz Geschäftsführer und Inhaber von Soulfood, die künftige Ausrichtung des neuen Vertriebs.

“Für uns ist es wichtig, den kompletten musikalischen Spannungsbogen von Jazz über Electronic/Dance bis hin zu Heavy Metal im Programm zu haben“, streicht Richert heraus. Und der Firmenphilosophie entspreche es, auf der Handels- wie auf der Labelseite ein zuverlässiger und flexibler Partner zu sein. „Wir sind ein Serviceunternehmen, das sowohl die Belange des Handels als auch die Wünsche der Labels unter einen Hut bekommen muss.“ Soulfood verbinde zweierlei miteinander: die Kraft und administrative Stärke eines Majors mit der Flexibilität eines Indies, der schnell reagieren kann und Trends frühzeitig aufnimmt. Damit komme die Firma dem Handel entgegen, für den verkäufliche Produkte und eine reibungslose administrative Abwicklung die entscheidenden Punkte bilden. „Wir sind uns sicher, dass wir dem Handel mit den Acts unserer Partnerlabel, zu denen in den nächsten Wochen noch einige hochkarätige Labels hinzukommen werden, attraktive Umsatzbringer mit ordentlichen Vertriebsmargen anbieten können“, zeigt sich Richert zuversichtlich.

Er und sein Partner Georg Schmitz sind in der Branche keine Unbekannten: Beide waren für Connected Music Vertrieb GmbH tätig – Richert als General Manager, Schmitz als Manager Sales Marketing – und haben den Vertrieb seit 1998 dort mit aufgebaut. Das Team von Soulfood ergänzen zwei ehemalige General Manager von edel contraire: Rolf Bähnk arbeitet künftig als Label-Consultant und Steve Gardner als Head of Labels. Außerdem beschäftigt Soulfood sechs Außendienstmitarbeiter, die über die ganze Bundesrepublik verteilt sind. Dazu kommen eine Stelle im Key-Account, zwei im Telesales und ein Buchhalterposten. Mit Dominique Reuter, Diana Guse und Inga Dannenberg runden drei Labelmanager, die neben dem täglichen Kontakt zu den Labels auch für administrative Aufgaben zuständig sind, das Soulfood-Team ab.

„Alle Soulfood-Mitarbeiter verbindet eine starke Liebe zur Musik. Darum ist unser Fokus sicherlich in Spartenbereichen zu suchen. Wir versuchen, ein möglichst breites Spektrum im Programm zu haben. Soulfood wird aber nicht mit einer Veröffentlichungsflut in den Markt gehen. Bei uns zählt noch immer die Devise Qualität statt Quantität“, erklärt Richert. Die Vertriebsfirma kooperiere in der täglichen Arbeit eng mit Sony Music. „Sony übernimmt die kompletten Backup-Funktionen, also Ship, Pack, Invoice, Creditcontrol, Customer-Service und Retourenhandling; wir sind eine reine Vertriebsforce.“ Das Team um Richert und Schmitz könne sich auf den Verkauf konzentrieren. „Unser Schwerpunkt liegt bei der Akquise von Vertriebslabels und auch eventuell auf den Produkten von Sony, die im Alternative- oder im Aufbaubereich angesiedelt sind.“

Die beiden Geschäftsführer betonen, dass die Arbeit von Soulfood weiter gehe als „nur Ware in den Handel zu stellen: Gemeinsam mit den Labels erstellen wir auf den Künstler zugeschnittene Marketing-Kampagnen, helfen, die richtigen Promotionfirmen zu finden und kostengünstig das Beste für die einzelnen Veröffentlichungen zu erreichen.“ Seit dem 1. Mai vertreibt Soulfood diverse Labels, die derzeit bei Sony Music unter Vertrag sind. Dazu kommen die Vertriebslabels Enya, Dreyfus, Evangeline, Hypertension, Purple Records und Union Square Music mit den Unterlabels Metro, Ocho, Sessions und Manteca. Daneben, so Richert, „werden wir die härtere Fraktion mit Massacre Records, AFM Records, Bad Taste und Hammerhart im Vertrieb haben. Im Dance-Bereich bearbeiten wir Infracom und Royal Ear Force, das neu gegründete Label aus dem Stereo-Deluxe-Stall.“ Außerdem kooperiert Soulfood mit PP Sales Forces und vertreibt deren Schwerpunktthemen.