MuVi-Award der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen: Junge Frauen erzählen von der Ferne

Eine international besetzte Jury wählte im Mai aus elf nominierten Musikvideos vier Sieger-Clips. Der große Zuschauerzuspruch und ein starkes Medieninteresse verhalfen damit der Gattung des Musikvideos zu mehr Aufmerksamkeit.

Im bis auf den letzten Platz gefüllten Oberhausener Kino „Lichtburg“ zeigten die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen dieses Jahr zum zweiten Mal alle nominierten Musikvideos. Auf der Kinoleinwand kamen die ästhetischen Qualitäten der vorgestellten Clips, auf denen die dreiköpfige, internationale Jury ihre Entscheidungen begründete, hervorragend zur Geltung.

Der erste Platz und damit 5000 Mark gingen an das Künstlerpaar Georg Graw und Ursula Böckler, die mit „Why“ von Donna Regina (Label: Karaoke Kalk) einen in der Formensprachen überzeugenden Clip gedreht haben, in dem junge Frauen erzählen, warum sie am liebsten in die Ferne gehen würden. „Ich bin der Ansicht, dass es uns gelungen ist, das Profil dieses Regie-Preises in der Öffentlichkeit klarzustellen: Was wir wollen und was nicht. Unsere Nominierungen stellen ein Plädoyer dar für die besondere visuelle Form, die wir in allen unseren Programmen suchen“, erläutert Festivalleiter Lars Henrik Gass.

Das Medieninteresse für den MuVi habe zugenommen und übertrage sich auch auf die anderen Programme, so Gass, der sich wünscht, dass „die Musikindustrie die Möglichkeiten eines solchen für sie neutralen Raums noch besser nutzt, um Talente zu entdecken und neue Erfahrungen zu machen“.

Darüber hinaus bieten die IKF den Clip-Regisseuren eine Auswertung außerhalb des Musikfernsehens an, indem sie eine Videorolle mit allen nomminierten Musikvideos für den nicht-gewerblichen Einsatz in den Verleih nehmen. „Dadurch kommen die Videos in der ganzen Welt herum, im Sommer etwa in Bangkok. Zum anderen erwarten viele Regisseure auch eine bessere Akzeptanz und bessere Arbeitsbedingungen – ob im Filmbereich, der Kunst oder der Musikindustrie.‘