Mark Knopfler: Bodenständige Songs eines introvertierten Gitarristen

Vom Arbeitstier zum Family Man: Auf „Sailing To Philadelphia“ (Mercury Records/Universal), seinem ersten Solo-Album seit vier Jahren, klingt Mark Knopfler so entspannt wie selten zuvor.

Dünnes, weißes Haar, tiefe Gesichtsfurchen und ein stattlicher Bierbauch – mit 51 ist Mark Knopfler längst nicht mehr der rastlose Workaholic, der zwei Jahre lang um den Globus tourt, Filme vertont (u.a. „Local Hero“) und Künstler wie Bob Dylan oder Willy De Ville produziert. „Das Tempo würde ich heute nicht mehr ertragen“, so der gebürtige Schotte. „Es ist aber nicht so, als hätte ich nichts zu tun. Das wird wohl nie passieren.“

Schließlich ist er frisch verheiratet, hat drei kleine Kinder und fährt am liebsten Motorradrennen. Ein rundum erfülltes Dasein, in dem nicht einmal mehr Platz für die Dire Straits ist: „Die waren am Ende so verdammt groß, daß es einfach nicht weiter ging“, erklärt Knopfler. „Es drehte sich nur noch um die Anzahl der Trucks, die Kosten der Produktion und die Logistik – aber kaum noch um die Musik. Deswegen wollte ich von diesem Level runter und wieder etwas Bodenständiges, Intimes machen.“

Typisch Knopfler – der introvertierte Gitarrist, der zwar gerne Songs für ein großes Publikum schreibt, diese aber am liebsten im kleinen Rahmen vorträgt. Etwa mit seinem Nebenprojekt, den Notting Hillbillies, oder als Solist, der wahlweise Soundtracks oder Soloalben vorlegt. Jetzt, nach vier Jahren Pause, ist es wieder Zeit für letzteres: „Sailing To Philadelphia“, ein Album mit atmosphärischen Songs und eingängigen Harmonien, die zwischen Rock, Pop, Country und Folk pendeln und zudem mit illustren Gästen wie Van Morrison, James Taylor und Gillian Welch aufwarten.

„Es geht mir um das Verträumte und das Bodenständige. Dabei ist James der Althippie und Country-Freak, Van dagegen der Arbeitertyp mit vielen Ecken und Kanten. Seine Stimme ist ein wichtiger Teil meines Lebens, fast wie ein Möbelstück. Wenn du nach Hause kommst und seine Platten auflegst, vermittelt dir das eine unglaubliche Geborgenheit.“ Sollte der relaxte Sound auf ein entsprechendes Echo stoßen, will der Meister auch wieder auf Tour gehen. Die passende Band hat er schon zusammen: „Ein Haufen Hinterwäldler aus Nashville“, lacht er. „Genau die richtigen, um sich mit mir auf eine Bühne zu stellen“. Mercury unterstützt die Veröffentlichung des Albums mit bundesweiter Funk-Promotion sowie einer umfangreichen Direct-Marketing-Kampagne. Mark Knopfler tritt außerdem am 13. Oktober in Jürgen von der Lippes TV-Show „Geld oder Liebe“ in der ARD auf.