Jahreshauptversammlung GDM: Konjunktur im Fachhandel kühlt ab

Vom 11. bis zum 13. Mai findet in Königswinter die Jahrestagung des Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM) gemeinsam mit anderen Musikwirtschaftsverbänden statt. Zuvor präsentierte der Handelsverband bereits seinen Geschäftsbericht 2000/2001.

Präsident Georg Kern und Geschäftsführer Dr. Heinz Stroh stellen im Vorwort des Berichts die Umsatzchancen der Musikhandelsbranche weniger rosig dar, als das die zwischenzeitliche Belebung der Konjunktur habe erwarten lassen. Es sei eine „spürbare Abkühlung des Wachstumstempos eingetreten. Dass ein derartiger konjunktureller Rückgang in erster Linie immer auch die Musikbranche als Teil der Freizeitindustrie trifft, ist eine altbekannte Binsenweisheit.“

Beide nennen den Stichpunkt Renditesicherung als das Zauberwort der Branche. Dabei müsse es Ziel des Verbands sein, seinen Mitgliedern die Einsparpotenziale beim Einsatz neuer Technologien aufzuzeigen. Durch den anstehenden Wegfall des Rabattgesetzes erwartet der GDM eine weitere Verschärfung des Preiskampfs. In diesem Zusammenhang bleibt auch das Thema des Verkaufs unter Einstandspreis ein Thema des GDM: Erste Gespräche mit dem Bundeskartellamt zum Schutz des mittelständischen Tonträgerhandels hätten bereits stattgefunden.

Ziel sei es, „gegen einzelne aggressive Großvertriebsformen des Einzelhandels Verfahren wegen des Verkaufs unter Einstandspreis anzustrengen.“ Mit dem im Rahmen einer Handelsumfrage erstellten Umsatzbarometer zeichnet der GDM jährlich die Geschäftserwartungen und die Zufriedenheit seiner Mitglieder nach: Während die ebenfalls im Verband organisierten Musikalienhändler zu mehr als 90 Prozent mit einem Umsatzzuwachs um rund fünf Prozent rechnen, erwartet nur jeder zweite Tonträgerhändler ein Umsatzplus.

Weitere 50 Prozent der Tonträgerhändler planen dagegen ein Minus von durchschnittlich 8,5 Prozent ein. Als Gründe hebt der Verband die Brenner-Piraterie und die „problematisch zu nennende Veröffentlichungspolitik“ hervor. Im Rahmen der GDM-Mitgliederversammlung steht zudem die Vorstellung einer Studie des Marktforschungsunternehmens GfK unter dem Titel „Analyse Musikfachhandel“ auf der Tagesordnung sowie der mögliche Umzug der GDM-Geschäftsstelle nach Berlin. Wie Stroh im Gespräch mit musikwoche.de erläuterte, besteht gerade bei diesem Thema noch Diskussionsbedarf. Derzeit sei eine Studie in Auftrag gegeben, die die Kosten eines Umzugs im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Verbands prüfen solle.