“Wir wollen mit dem Amadeus das kreative Schaffen in den unterschiedlichsten Musik-Genres würdigen, die erfolgreichsten Künstler auszeichnen und dem Publikum eine attraktive Show bieten“, fasst IFPI Austria-Präsident Manfred Lappe die Intention des Amadeus zusammen. Und tatsächlich gestaltete sich die Verleihung des Musikpreises im zweiten Jahr als spektakuläre Show.
In 18 Kategorien wählte eine rund 500-köpfige Jury die Sieger. Eine Fachjury vergab Sonderpreise in sieben Spezialkategorien: Willy Resetarits alias Kurt Ostbahn hatte die traurige Aufgabe, dem kürzlich verstorbenen Erfinder seines Alter Ego, dem Autor und Texter Günter Brödl, den Amadeus für das Lebenswerk zu widmen. Ultimatief wurden als Produzenten des Jahres ausgezeichnet, „Die großen 3 der Volksmusik“ als beste österreichische Compilation- und Marketingidee gewürdigt, Andy Zahradnik von Media Control als Musikpartner, Heinz Weigelhofer von Kastner & Öhler/Graz als Handelspartner, Peter Rauhofer als österreichischer Remixer und DJ Ötzi als erfolgreichster nationaler Künstler im Ausland. Als Laudatoren fungierten Rainhard Fendrich, Zabine, Kurt Ostbahn, Marianne Mendt, Lou Bega, Max, Dodo Roscic, Simone, Christian Kolonovits, Stermann & Grissemann, Dagmar Koller und Thomas D. Als schließlich Bundespräsident Dr. Thomas Klestil den Amadeus an seinen langjährigen Freund Joe Zawinul für dessen aufrüttelndes Album „Mauthausen“ überreichte, ehrte das Publikum die Jazzlegende mit Standing Ovations.
Zawinul erntete Lachsalven für die Anekdote, seinerzeit mit dem Musikerkollegen Klestil aus Geldmangel „schwarz“ mit der Straßenbahn zu einem Konzert gefahren zu sein. Gleich zwei Preise gingen an Marque: Für die beste nationale Single („One To Make Her Happy“) und als Newcomer des Jahres. Während Künstler wie Marque, Gigi D“Agostino, Helmut Lotti, Joni Madden, Tosca, Waxolutionists, Hubert von Goisern und die Ursprungbuam ihre Preise persönlich entgegennahmen, ließen andere per Videoeinspielung grüßen. Den Preis für die auf Grund eines Flugzeugschadens verhinderten ATC nahm BMG-Austria-Geschäftsleiter Werner Lohse entgegen.
Hubert von Goisern kritisierte in seiner Dankesrede den ORF scharf wegen dessen, seiner Meinung nach ablehnender, Haltung gegenüber nationalem Repertoire. Für die ORF-Ausstrahlung wurde diese Rede gekürzt. Der Österreichische Musikrat kritisierte darauf in einem offenen Brief diese Kürzung „auf eine relativ harmlose Kritik aufs Schärfste“. Goisern selbst sieht die Sache gelassener: „Niemand kann vom ORF verlangen, meine Rede ungekürzt wieder zu geben. Den Reaktionen nach sind meine Worte dort angekommen, wo sie ankommen sollten. Ich fand es korrekt, wie man meine Aussagen editiert hat.“ Nicht nur die 900 geladenen Gäste, auch das österreichische Fernsehpublikum nahm die Gala an: Mit einem Marktanteil von 22 Prozent lieferte die Aufzeichnung eine laut ORF „für diesen Sendeplatz gute Quote“. Mag. Thomas Böhm, Sprecher der IFPI Austria, zieht ein positives Resümee: „Durch die professionelle Zusammenarbeit mit dem ORF wurde der Amadeus bereits im zweiten Jahr zu einem großartigen österreichischen Musikevent. Vertreter aus der internationalen Musik- und Medienbranche haben uns bestätigt, dass die Show internationale Vergleiche nicht zu scheuen braucht. Bedanken möchten wir uns bei den zahlreich erschienenen Nominierten, Gewinnern und auftretenden Künstlern aus dem In- und Ausland. Selbstverständlich arbeiten wir engagiert weiter und freuen uns schon jetzt auf den Amadeus 2002.“






