Charts KW41: Bierseliges vom Kanzler bis Anton

Schunkelnummern aus „TV total“ und vom Oktoberfest reüssieren ebenso wie der klassische deutsche Schlager. Nicht zu vergessen: olympische Hymnen.

Stefan Raabs Comedy-Show „tv total“ entpuppt sich immer mehr als zuverlässiger Hitlieferant für die deutschen Charts. Nach dem „Maschen-Draht-Zaun“ und den Ergüssen der – La Palöma Boys folgt nun Raabs neuer Coup mit Unterstützung von DJ Bundeskanzler: Der Titel „Ho mir ma ne Flasche Bier (Schluck, Schluck, Schluck)“ entert die Singles-Hitliste nach vier Verkaufstagen auf Rang zwei. Raab hatte in seiner Sendung vorgeführt, wie er aus einem Ausspruch von Regierungschef Gerhard Schröder den bierzeltkompatiblen Stimmungshit bastelte, der sich darauf hin bereits zum Downloadrenner im Internet entwickelte.

Apropos Bierzelt: Nach seinen massenwirksamen Auftritten beim Münchner Oktoberfest schafft Anton feat. DJ Ötzi mit „Anton aus Tirol“ die Rückkehr in die Singles-Charts auf Rang 43. Und sein schlicht als Deejay Ötzi aufgenommener und ebenfalls wiesnerprobter Titel „Hey Baby (Uh Ah)“ klettert von 44 auf 33.

Die Olympischen Spiele in Sydney sind zu Ende, die musikalischen Beiträge zum Sportspektakel schlagen sich aber weiter in den Charts nieder. Das Projekt Magic Voices ist mit dem ARD-Olympiasong „Australia“ mit einem Sprung auf 49 auf 29 Aufsteiger der Woche. Und das Magic-Voices-Album „First Of All“, das offizielle Sportalbum der ARD, schafft gleiches bei den Longplayern mit einer Verbesserung von 40 auf 18. Neu auf Rang 49 der Singles-Hitliste ist der Titel „Absolutely Everybody“ von Vanessa Amorosi, dem musikalischen Star der Eröffnungs- und Schlussfeier in Sydney. Bei den Longplayern ist als Wiedereinsteigerin Heather Small auf Position 98 mit der CD „Proud“ dabei, deren Titelstück das NOK zum offizielle Olympiasong der deutschen Mannschaft ausrief.

Der deutsche Schlager erlebt mal wieder eine Renaissance. So rangieren Die Flippers mit dem Album „Der Floh in meinem Herzen“ auf Rang sieben. Ebenfalls erfolgreich schlagen sich CDs von Udo Jürgens (23), Michelle (26), Wolfgang Petry (36) und von Brunner & Brunner (37).

Einen guten Lauf in der deutschen Longplay-Hitliste hat EMI Electrola. Der Major aus Köln platziert mit „Mittendrin“ von Pur auf zwei, dem Soundtrack „Coyote Ugly“ auf fünf und „Sing When You’re Winning“ von Robbie Williams (sechs) drei Titel im Vorderfeld.

Madonna nimmt mit dem Album „Music“ nun auch in den USA die Spitze. Es ist ihr vierter Longplay-Tabellenführer in den Vereinigten Staaten – erstaunlicherweise der erste seit 1989, als sie mit „Like A Prayer“ vorn lag. Die Single „Music“ liegt unterdessen in der vierten Woche in Front. Mit insgesamt zwölf Spitzenreitern ist sie damit zweiterfolgreichste Solointerpretin in den USA nach Mariah Carey, die 15 Singles auf eins verbuchte.