MUSIKWoche: „Around The World“ ist die bislang erfolgreichste Single von BMG in diesem Jahr in Deutschland. Auch für Kingsize? Alex Christensen: Ja, ich wünsche mir, dass sich die Single insgesamt in Europa 1,5 Millionen Mal verkauft. Davon sind wir jetzt noch rund 300.000 Einheiten entfernt.
MUSIKWoche: Was ist von Kingsize die nächsten Monate an weiteren Verkaufserfolgen zu erwarten? Welche Acts starten? Christensen: Zur Zeit bindet ATC alle Kräfte von Stefan Wächter, dem zweiten Mann bei Kingsize, und mir. Ich würde gerne mehrere Acts machen, möchte aber andererseits nicht expandieren. Im Gegenteil: Kingsize wird demnächst zur ersten virtuellen Plattenfirma der Welt: Wir wollen unser Büro auflösen und uns nur noch im Studio, Hotel oder per Laptop mit Produzenten treffen. Was die Projekte für 2001 angeht, sage ich nur: „Beware of next year!“
MUSIKWoche: Wie geht es weiter? Kann man solche Erfolge noch steigern? Christensen: Ich habe vor, diesen Erfolg zu steigern. Ich bin beruhigt, aber nicht zufrieden. Zufrieden bin ich erst, wenn die Single tatsächlich,around the world‘ gegangen ist. Als Produzent darf man nie zufrieden sein. Wenn ich in Deutschland einen Nummer-1-Hit habe, freue ich mich kurz und schaue dann auf die Chartspositionen des Titels in anderen Ländern.
MUSIKWoche: Der Erfolg von „Around The World“ beruht wohl auch auf dem häufigen Radioeinsatz. Wie schätzen Sie die Bedeutung des Radios für die Promotion ein? Christensen: Bei ATC hat das Radio gezeigt, dass es Titel stark unterstützen kann. Das ist aber eine rühmliche Ausnahme. Ansonsten ist die Unterstützung meist sehr dünn und geht am Geschmack der Menschen vorbei. Andererseits möchte ich mich nicht beschweren sondern versuchen, mit der Situation zu leben.
MUSIKWoche: Welche Chancen hat das Album von ATC, das am 30. Oktober erscheint? Christensen: Ich bin durch den Erfolg der Single sehr verwöhnt. Ich rechne damit, dass das Album in die TopTen geht und rund 350.000 Einheiten verkauft. Das ist hoch angesetzt, aber ich muss mich selber unter Druck setzen.
MUSIKWoche: Sie sind Labelchef von Kingsize Records. Arbeiten Sie nebenher noch an weiteren Projekten? Christensen: Das Label Kingsize Records ist seit 11. November 1999 bei angesiedelt, als Künstler der Formation U96 bin ich aber noch bei Universal Records unter Vertrag.
MUSIKWoche: Neben ATC produzieren Sie auch das neue Marianne Rosenberg-Album – stilistisch ein weiter Sprung. Was reizte Sie an diesem Projekt? Christensen: Ich liebe es, Sachen zu machen, mit denen keiner rechnet. Ich fand Marianne Rosenberg schon als kleiner Junge toll, genauso wie Udo Lindenberg. Für den würde ich auch gerne mal produzieren.
MUSIKWoche: Sie haben in elf Jahren rund neun Millionen Singles verkauft – was treibt Sie zu weiteren Projekten an? Christensen: So wenig? Im Vergleich mit internationalen Produzenten ist das nicht viel. Ich orientiere mich an Top-Leuten wie Frank Farian, Babyface oder David Foster. Um in diese Liga aufzusteigen, muss ich weiter Gas geben. An der Weltspitze bin ich noch nicht.




