Recorded & Publishing

Zwischenruf Christian Sommer: Qualität statt Quantität in der Piraterieverfolgung

Die deutschen Phonoverbände wollen in ihrem Kampf gegen die Onlinepiraterie auch im neuen Jahr die Zahl der Strafanträge weiter ausbauen. Das bestätigte Geschäftsführer Peter Zombik in MusikWoche Heft 1+2/2007. Für Christian Sommer, den Vorstandsvorsitzenden der GVU – Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen, sind solche Massenverfahren jedoch nicht die Lösung des Piraterieproblems, wie er in seinem Kommentar erklärt. Vielmehr erschweren sie das Vorgehen gegen Raubkopierer.

Was uns als Weihnachtsbotschaft der Musikindustrie erreichte, mag auf den ersten Blick als konsequentes und logisches Vorgehen gegen das massive Problem der illegalen Nutzung von so genannten Tauschbörsen erscheinen. Dass nach mehr als 10.000 Strafanzeigen gegen Filesharer im vergangenen Jahr jetzt die Schlagzahl erhöht werden soll und pro Monat 1000 oder mehr Strafanzeigen gestellt werden sollen, bedeutet einen neuen Höhepunkt in der Strategie der Musikwirtschaft in ihrem Kampf gegen Raubkopierer – und stellt gleichzeitig den Unterschied zur GVU dar, die sich in ihrem Vorgehen gegen Raubkopierer auf qualifizierte Fälle nach dem Verursacherprinzip konzentriert und eben nicht massenhaft aus dem Tauschbörsenfundus ‚fischt‘.

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