“Wir sind inzwischen der Fachhändler für die ganze Region“, erklärt EinKlang-Chef Willi Wagner: „Deutschlandweit rechne ich EinKlang zu den fünf Top-Fachgeschäften.“ Um diesen Status zu erreichen, setzte er auf „bedingungslose Kundenorientierung“. Zu seinen Ansprüchen zählen bestmögliche Anhörstationen, unter anderem in zwei Hörstudios. Zum Service gehört das Versandgeschäft und Bestellungen per Telefon, Fax oder E-Mail. Außerdem führt Wagner auch „Hausbesuche“ durch. Das EinKlang-Sortiment besteht zu 97,5 Prozent aus CDs und spiegelt die Umsätze der Segmente wieder: Klassik steuert rund 40 Prozent bei, allein auf Opern entfallen zehn Prozent, auf Jazz und Blues mehr als 20 Prozent, etwas weniger auf Weltmusik. „Grenzfälle“ wie Lounge-Compilations kommen auf sechs Prozent, Pop und Chansons auf vier und das Kinderprogramm bei steigender Tendenz auf 1,5 Prozent.
Zum Ruf des Hauses tragen außerdem Veranstaltungen bei: So präsentierte Wagner am 10. Oktober ein Kammerkonzert mit einer 20-köpfigen Besetzung unter der Leitung von Wilhelm Keitel. Laut Wagner, der bei einer Veranstaltung mit Giora Feidman auch schon 300 Gäste in seinem Geschäft zählte, waren solche Events von Beginn an „Teil der Strategie“: Sie bringen kostenlose Werbung, bieten ein besonderes Erlebnis und erhöhen „die Glaubwürdigkeit für den Verkauf von Konserven“. Insgesamt richtete er bereits 155 Konzerte oder Gesprächsrunden aus, unter anderem mit Andreas Scholl, Uri Caine, Cesaria Evora und Chanticleer. Im vergangenen Jahr gab es zudem ein Konzert mit jungen Klassikkünstlern in der Stuttgarter Liederhalle, das 700 Leute besuchten.
Das alles trägt dazu bei, dass die Umsätze bei EinKlang laut Wagner „leicht über Vorjahresniveau“ liegen. Ohne illegales Brennen würde er mit zehn Prozent mehr rechnen. Dennoch sieht er Probleme, etwa in der Geschäfts- und Sortimentspolitik der Industriepartner, in der „Verschleuderung“ von Neuheiten aus dem Vorjahr, in Exklusiv-Deals zwischen Herstellern und Handelspartnern und in Verkäufen über Homepages von Künstlern oder Labels: „Es sind diese vielen hundert Nadelstiche, die es dem Fachhandel so schwer machen“, meint Wagner. „Ich sehe aber ein, dass ein Teil dieser Aktionen auf das Fehlen eines Fachhandels in vielen Städten zurückzuführen ist. Das hat aber mit eben dieser falschen Politik zu tun und stößt den Fachhandel vor den Kopf.“
Die Idee eines auf Klassik und Jazz spezialisierten Geschäfts entstand im Juli 1995, die Eröffnung folgte am 9. Dezember. Ein Brand vernichtete vor zwei Jahren Mobiliar und Ware, Wagner improvisierte in einem Übergangsquartier und eröffnete das Geschäft Anfang Oktober 2002 in den alten Räumen mit rund 190 Quadratmetern Verkaufsfläche neu. Zum EinKlang-Team zählen drei Vollzeit- und zwei Halbtagskräfte, eine Auszubildende, bis zu drei Aushilfen und eine Halbtagskraft im Büro-Bereich.






