Recorded & Publishing

Zweiter Labelsampler von Gomma

Nur wenige Labels haben in den letzten Jahren so viel Staub aufgewirbelt wie die in München ansässige Firma Gomma. Mit der Compilation Gommagang Zwei (Gomma/PP Sales) setzen die Labelbetreiber Matthias Modica und Jonas Imbery ihre Suche nach neuen Dancefloor-Sounds fort.

Dass Gomma mit seinen Veröffentlichungen bis jetzt außerhalb der Landesgrenzen deutlich mehr Erfolg verbuchen konnte als in heimatlichen Gefilden, überrascht nicht. Vielen innovativen Labels aus diesem Bereich ergeht es so. Und auch Gomma wird gerade in England und Frankreich von der Presse regelmäßig mit Lobeshymnen überschüttet. Vor allem seit der 2000 erschienenen Compilation „Anti NY“, bei der sie die Verbindung zwischen Elektronik, Disco und New Wave thematisierten, gelten Matthias Modica und Jonas Imbery im europäischen Ausland als die erste Adresse für neue Dancefloor-Sounds abseits des Mainstreams.

Ihre Suche nach frischen Klängen hat die beiden allerdings noch nicht in die Nähe der Charts geführt. „Wir betreiben das Label nicht, um reich und berühmt zu werden, sondern weil wir damit eine bestimmte Haltung, eine bestimmte Musik fördern wollen. Natürlich will jeder gern mit Musik Geld verdienen“, erklärt Modica. Doch der kommerzielle Aspekt spiele bei der Auswahl der Künstler nicht die entscheidende Rolle. Das Label hat über Jahre eine Vorreiterrolle eingenommen. Und das ist in gewisser Weise auch das Problem. Man ist der Entwicklung im Clubgeschehen fast immer zwei Schritte voraus.

Ändern will man diese Vorgehensweise trotz- dem nicht. „Für uns war es schon erstaunlich zu sehen, wie viele jetzt auf das Thema New York einsteigen. Plötzlich will wieder jeder in der Stadt produzieren“, erzählt Imbery. Modica und Imbery arbeiten – abseits aller Trends – ruhig und konzentriert an neuen Sounds und Beats. Auf dem zweiten Labelsampler versammelt das Duo neben eigenen Produktionen unter Namen wie Munk und Leroy Hanghofer auch Stücke von befreundeten Musikern wie Mockey und Headman sowie ein paar wieder entdeckte Klassiker aus der Frühzeit der NDW wie Carmen mit „Schlaraffenland“, geschrieben von Piet Klocke. Wenn die beiden noch Zeit finden, erstellen sie auch Remixe oder schreiben Songs für Künstler wie Bobby Conn oder Rammallzee.