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Zune stellt iTunes-Konkurrenz vor neue Probleme

Wenn Microsoft im Herbst mit seinem Zune-Digitalplayer auf den Markt kommt, soll Apples Dominanz im Digitalgeschäft gebrochen werden. Doch es sind Microsoft-Partner wie Napster oder Yahoo!, die unter Zune leiden könnten. Und womöglich haben auch die Beatles Anteil daran.

Wenn Microsoft im Herbst mit seinem selbst entwickelten Digitalplayer, der zugehörigen Software und einem Downloadangebot auf den Markt kommt, soll damit Apples Dominanz im Digitalgeschäft gebrochen werden. Doch es sind Microsoft-Partner wie Napster, SanDisk oder Yahoo! Music, die unter Zune leiden könnten.

Der Alleingang der Windows-Entwickler wird von Experten aus mehreren Gründen mit Skepsis betrachtet. Einmal, weil Microsoft mit Ausnahme der Xbox im Hardwarebereich nie erfolgreich war. Zudem, weil der Softwarekonzern nun in direkte Konkurrenz zu seinen Geschäftskunden tritt. Unter der Dachmarke Zune soll ein in sich schlüssiges Ökosystem aus Geräten, Onlineplattformen, Software und Dienstleistungen entstehen, das es in Sachen Nutzerfreundlichkeit und nahtloser Bedienung mit iPod und iTunes aufnehmen können soll.

Doch bei den Musik- und Geräteanbietern, die auf die Technologie Windows Media und das oft gescholtene Microsoft-Gütesiegel PlaysForSure setzen, herrscht derzeit noch Unklarheit darüber, ob Zune mit den bestehenden Systemen kompatibel sein wird. Man werde PlaysForSure auf alle Fälle weiter unterstützen, ließ das Unternehmen wissen. Es gebe Platz für beide Ansätze.

Doch für Lizenznehmer wie Napster oder iRiver sei damit klar, dass das Konzept einer allgemein nutzbaren Plattform gestorben sei, meint Technologiefachmann Michael Gartenberg von JupiterResearch. Microsoft kann sich beim Thema Digitalmusik offenbar keine Streuverluste durch nichtexklusive Kooperationen mehr leisten. „Wir brauchen definitiv einen konsequenteren Ansatz“, sagte CEO Steve Ballmer bereits im Januar.

Während sich iRiver offiziell von zusätzlicher Konkurrenz nicht schrecken lässt, fürchten die Verantwortlichen bei SanDisk, dass die potenzielle Kundschaft nun vollends verwirrt werden könnte und zusätzliche Inkompatibilitäten im Downloadgeschäft entstehen. Zusätzliches Öl ins Feuer goss auch die „New York Post“: Das Blatt will erfahren haben, dass es der bislang nicht legal als Download verfügbare Katalog der Beatles sein könnte, der Microsoft und Zune die nötige Publicity zur Produkteinführung bescheren wird.

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