Recorded & Publishing

Zukunft der DualDisc scheint fraglich

Bei Sony BMG äußert sich das Bekenntnis zur DualDisc in der Berufung eines neuen Spitzenmanagers. Bei den Mitbewerbern scheint das Interesse nachzulassen. Viele Firmen scheuen die Zusatzkosten bei der Herstellung.

Während sich bei Sony BMG das bekräftigte Bekenntnis zur DualDisc in der Berufung eines neuen Spitzenmanagers für das Format äußert, scheint bei den Mitbewerbern das Interesse am CD/DVD-Hybrid langsam nachzulassen. Ein Jahr nach der branchenweiten Markteinführung scheuen viele Firmen offenbar die Zusatzkosten bei der Herstellung der DualDisc. Laut einem Bericht des US-Branchenblatts „Billboard“ sei Sony BMG der einzige Major, der das neue Format nachhaltig unterstützt und den Markt mit einer Vielzahl von Veröffentlichungen füttert.

Bei EMI, Universal und Warner falle der Enthusiasmus deutlich gedämpfter aus. Ein ungenannter Mitarbeiter von einem der drei Unternehmen sagte dem Blatt, dass man das Thema DualDisc für so gut wie erledigt hält: „Wir werden sicher hie und da ein paar Titel veröffentlichen, aber eine große Produktinitiative sieht anders aus.“ Ein Grund für die schwindende Begeisterung sollen die relativ hohen Produktionskosten sein: Während die Herstellung einer CD zwischen 50 und 60 Cents kostet, schlägt eine DualDisc bereits mit rund 1,20 Dollar zu Buche.

Als weitere Ursache gilt die noch eingeschränkte Akzeptanz der DualDisc bei den Konsumenten. Einer Untersuchung der Marktforscher von NPD zufolge wusste fast die Hälfte aller DualDisc-Kunden zum Zeitpunkt des Kaufs nicht, dass sie keine normale CD kaufen. Darüber hinaus beklagen einige Labels, dass ihre Künstler nicht gerne Zusatzinhalte für die DualDisc schaffen wollen. Auch eine längere Vorlaufzeit in der Produktion und eine begrenzte Anzahl von DualDisc-fähigen Presswerken gelten als Stolpersteine für einen größeren Erfolg des Formats.

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