Recorded & Publishing

Zimmermann will gegen Radioquote stimmen

Olaf Zimmermann, Mitglied der Enquêtekommission des Deutschen Bundestages, „Kultur in Deutschland“, und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, will gegen eine Radioquote stimmen, da diese weder den deutschen Musikern helfe, noch die Qualität des Rundfunkangebots verbessere.

Olaf Zimmermann, Mitglied der Enquêtekommission des Deutschen Bundestages, „Kultur in Deutschland“, und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, erklärt in der „neuen musikzeitung“, er werde gegen eine Quote stimmen, da er glaube, „dass eine Quote weder den deutschen Musikern hilft noch die Qualität des Rundfunkangebots verbessert“. Außerdem sei eine Quotierung von in Deutschland produzierter Musik europarechtswidrig und komme deshalb „ernsthaft überhaupt nicht Frage“. Deshalb könne es nur um eine Quotierung von deutschsprachigen Titeln gehen. Der Bundesregierung komme die Quotendiskussion gerade recht, weil diese einen kulturpolitischen Erfolg verbuchen wolle, der öffentlich wahrgenommen werde.

Zimmermann plädiert dafür, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich auf seine Rolle als Kulturträger besinnt. Da die Welthandelsorganisation und die Europäische Kommission den gebührenfinanzierten Rundfunk in Deutschland am liebsten abschaffen wollten, schütze diesen nur sein Kultur-, Informations- und Bildungsauftrag: „Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk überleben will, wird er sich auf diese Qualitäten besinnen.“ Zimmermann kritisiert außerdem das Verhalten der Plattenfirmen: „Die Kündigungen von Verträgen durch große Phonounternehmen, gerade mit deutschen Künstlern, machen die Forderung nach einer Musikquote besonders unglaubwürdig.“ Wer eine Quote im Rundfunk fordere, dürfe nicht selbst die Verträge mit den Künstlern auflösen, die dann vermehrt gespielt werden sollen. „Nicht nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk, sondern auch die Phonographische Wirtschaft muss sich ihrer Verantwortung viel deutlicher stellen“, fordert Zimmermann.

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