Recorded & Publishing

Zehnte Gesellschafterversammlung von aktiv Musik Marketing

Die Mitglieder von aktiv Musik Marketing (aMM) kamen Anfang November in Leipzig zu ihrer Gesellschafterversammlung zusammen. Unter anderem beschlossen die Händler einen Relaunch des aMM-Auftritts und wollen sich Popfile öffnen. Eine Gala mit Gästen aus der gesamten Branche rundete die Veranstaltung ab.

“Im aMM arbeiten Menschen zusammen, die Musik in einer anderen Form leben und verkaufen als das andere Marktteilnehmer tun“, erklärte aMM-Geschäftsführer Uwe Imhof im Gespräch mit musikwoche.de. „Deshalb verspüren diese Menschen aber auch eine ganz andere Wirkung der Strukturveränderungen am Markt als manche Mitbewerber, für die Musik nur ein Randsegment ist.“ Imhof folgerte: „Wir wollen unsere Zukunft nicht nur sichern, sondern auch mitgestalten. Wir wollen die Rahmenbedingungen schaffen, um über unsere Geschäfte und unsere Mitarbeiter den Kunden Musik, Künstler und Emotionen in einer möglichst großen Vielfalt zur Verfügung zu stellen.“ Die notwendigen Konzepte seien den aMM-Mitgliedern vorgestellt worden. „Wir haben uns zur Umsetzung eines neuen Auftritts, einer völlig neuen Corporate Identity und einer neuen Optik entschlossen.“ Das Konzept soll zeitgemäß und innovativ sein, gleichzeitig aber auch den Satz berücksichtigen, dass weniger oft mehr ist: „Wir haben einen Weg gefunden. Unsere Kollegen sind begeistert. Der neue Auftritt wird den alten um ein Vielfaches toppen.“ Das Konzept soll im Frühjahr 2003 umgesetzt sein. „Am Ende stehen dann Musikgeschäfte, die so viel Musik wie möglich in einer Form zur Verfügung stellen, die den an Musik interessierten Kunden Spaß macht und andere, die von der Musik weggekommen sind, wieder neugierig macht. Das ist unser Ziel.“ Unabhängig davon sei auch das neue Marketingkonzept für 2003 vorgestellt worden. „Dabei ist uns wichtig, dass all unsere Musik im Mittelpunkt steht und der Preis nur die zweite Rolle spielt. Wichtig ist uns außerdem, dass neue Künstler eine wirkliche Chance haben.“ Als weiteren Schritt kündigte Imhof die Öffnung des aMM für Download-Dienste an: „Wir wollen ein Angebot wie Popfile in unser Konzept integrieren, um dem illegalen Markt einen mit Fachwissen versehenen legalen Markt entgegenzustellen. Wir sind ein offener Partner für jeden, der das ernsthaft mit uns betreiben will.“ popfile.de sei dem aMM kürzlich präsentiert worden. „Wenn die Bedürfnisse unserer Händler dort Berücksichtigung finden – und davon gehen wir aus – dann ist der aMM dabei.“ Zum Relaunch des aMM-Konzepts soll ein Musikportal unter der Adresse www.amm.de zu finden sein. „Dieses Medium wollen wir sehr stark in unser Marketing einbinden, um so den Nutzern zu zeigen, wo Vielfalt stattfindet – sowohl physisch als auch per Download. Die Musik kommt zum Kunden, wie er es möchte.“ Zudem seien die Erfahrungen mit dem ersten aMM-Versandkatalog sehr positiv, Ende November soll der zweite Katalog erscheinen. Dank Marketingkampagnen zum Beispiel in den Zeitschriften „Jazz thing“ und „kulturSpiegel“ habe der aMM ein großes Konsumenteninteresse wecken können. „Weiter ist uns wichtig, sich mit innovativen Ansätzen bei der Vermarktung von Singles auseinander zu setzen.“ Der aMM habe gute Erfahrungen mit der Two-Track-Single gemacht. Die Teilnehmerzahl der zehnten Gesellschafterversammlung von aktiv Musik Marketing lag laut aMM-Geschäftsführer Uwe Imhof um zehn Prozent über der des vergangenen Jahres. Außerdem habe die Zahl der Neueintritte in die Handelskooperation die der Abgänge ausgeglichen: „Für mich ist das ein Zeichen, dass der Musikhandel in Deutschland sich in Form dieser Kooperation den Herausforderungen viel besser stellen kann als allein.“ Zudem gebe es erste Kontakte zum Fachhandel in Österreich.

Dieter Fischöder (music-arts Aktiv/Hanau) wurde im Rahmen der Gesellschafterversammlung in seinem Amt im Aufsichtsrat bestätigt. Dem Aufsichtsrat gehören weiterhin an: Jörg Hottas (aktiv music corner/Ahrensburg und Bad Oldesloe) als Vorsitzender, Jochen Rönz (Treffpunkt Musikshop/ Großschönau und Neugersdorf), Maria-Luise Staudinger-Nidetzky (aktiv Music Point/ Bochum) und der GDM-Fachverbandsvorsitzende Michael Huchthausen (aktiv Music Box/Kappeln und Schleswig). Die abschließende Gala im Renaissance-Hotel führte die aMM-Händler und ihre Gäste aus der gesamten Branche zusammen.

Im Anschluss an das Büffet eröffneten Auftritte der Newcomer Curly und Masha den Showteil der Gala. Curly veröffentlichte bereits am 14. Oktober ihre Single „Beautiful Lies„, am 18. November folgt das Album „Natural“. Masha bringt am 18. November die Single „Over You Know“ heraus, das Album „24 Hours A Night“ folgt am 2. Dezember (alle über Paroli Records/Sony). Auftritte der bereits bewährten Acts Fehlfarben und City rundeten die Veranstaltung ab. Die Formation Fehlfarben stellte in ihrer unnachahmlichen Art sowohl Songs aus ihrem gerade erschienenen Album „Knietief im Dispo“ (Wonder/!K7/Zomba) vor als auch frühe Hits wie „Zurück zum Beton“. Die Rocker von City versammelten schließlich bei ihrem Auftritt die meisten Händler vor der Bühne.