Seit 1992 sorgt die Stiftung dafür, dass die Kassen dieser Einrichtung nicht leer werden; vielfältig, mit Geschick und Phantasie und regelmäßig mit medientauglichen Aktionen – wie zum Beispiel der Versteigerung des „Wetten, dass..?“-Kleids von Sarah Connor oder der Benefiz-Single der „Bravo All Stars“, die alleine 1,5 Millionen Mark in die Kassen der Stiftung spülte. Kaum ein anderes Thema findet in der Musikbranche so einhellig positiven Zuspruch, wie die Idee der Nordoff/Robbins Musiktherapie. Rocker, Klassiker, Moderatoren, Agenturen, Verlage, Stars oder Newcomer – alle helfen, tragen ihren Teil bei. Hat deshalb die vor einem Jahrzehnt gegründete Stiftung ein leichtes Spiel? Wohl kaum. Nicht nur, weil die derzeitige Konjunktur den Spendengriff ins Portemonnaie nicht gerade erleichtert, sondern weil Therapie, Ausbildung und Forschung am Institut an der Universität Witten/Herdecke eine Stange Geld kosten.
Doch wie Fiona von Vaernewyck im Gespräch mit musikwoche.de erklärt, hat die Stiftung auch für die nächsten Monate einige vielversprechende „Projekte und Ideen in Arbeit“. Eine von einer Werbeagentur konzipierte Kampagne soll überdies dazu beitragen, dass die erstaunlichen Möglichkeiten und Ziele der Nordoff/Robbins-Musiktherapie verstärkt in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit rücken. Die Jubiläums-Gala in Berlin am 19. November wird indes auch ohne Kampagne für gewaltiges Medien-Echo sorgen. Initialzündung zur Gründung der Stiftung war ein Treffen im Münchner Hotel Park Hilton: Prof. Dr. Lutz Neugebauer, Leiter des Instituts für Musiktherapie in Witten/Herdecke, berichtete vor zahlreichen prominenten Musikschaffenden von einem Kind, dem die Musiktherapie maßgeblich geholfen hat. Sein Beispiel blieb nicht ohne Wirkung. Die Scorpions Klaus Meine und Rudolf Schenker, die mit Konzertveranstalter Ossy Hoppe und Peter Maffay zu den Stiftungsgründern zählen, brachten es bei einem anschließenden Interview auf den Punkt: „Und wenn es nur einem Kind helfen würde, wäre es der Mühe wert.“
Damit wurde der Grundstein für ein Stiftungskapital gelegt, das schnell wuchs: Bereits im Gründungsjahr verbuchte die Nordoff/Robbins-Stiftung Spenden in Höhe von über 550.000 Mark. 1993 waren es schon 1.560.044 Mark – Geld, das hilft. Die ursprüngliche Methode von Paul Nordoff und Clive Robbins, bei der sich die Lebensssituation behinderter und kranker Kinder durch gemeinsam improvisierte Musik wesentlich verbessert, wurde in Witten/Herdecke aufgegriffen und weiterentwickelt. Ergebnis: Neben dem ursprünglichen Anwendungsgebiet hat sich die Musiktherapie auch in der Behandlung von körperlich und geistig behinderten Patienten, bei chronisch Kranken, Komapatienten, Folteropfern und in der Rehabilitation bewährt. Die Aufgabenfelder des Instituts umfassen heute therapeutische Behandlung, Ausbildung und wissenschaftliche Forschung.
„Als Musiker“, betont Klaus Meine, „sind wir davon überzeugt, dass Musik therapeutische Kräfte besitzt. Daher sahen wir hier eine Möglichkeit, die andere, heilende Seite der Musik zu fördern.“ Die intuitive Meinung des Musikers erhielt in den letzten Jahren ein immer plausibleres wissenschaftliches Fundament, auch dank der Forschungs-Arbeit der Nordoff/ Robbins-Musiktherapeuten. Allerdings bleibt es ein Rätsel, was während der Musiktherapie konkret im Kopf passiert. „Wenn ich das wüsste“, so Prof. Dr. Lutz Neugebauer, „würde ich den Friedensnobelpreis bekommen“. Fest steht mittlerweile, wie Stefan Koelsch vom Max-Plank-Institut bewiesen hat, dass jeder Mensch musikalisch ist. So verarbeitet das Gehirn Musik genauso wie Sprache – dies könnte zu einem Ansatz werden, um etwa sprachgestörte Kinder zu trainieren.
Die Nordoff/Robbins-Stiftung
Bismarckstraße 42 40668 Meerbusch Tel: 02150/70 72 90 Fax: 02150/70 72 91 Internet: www.nordoff-robbins.de
Geschäftsführung: Fiona von Vaernewyck Gesellschafter: Gerd Gebhardt, Monti Lüftner, Klaus Meine, Wolfgang Orthmayr, Rudolf Schenker Stiftungsratsvorsitzender: Walter Lichte E-Mail: [mailto:[email protected]@@@[email protected]] Spendenkonto: Dresdner Bank Hamburg BLZ: 200 800 00, KTO: 60 15 70 000
Die Stiftungsratsmitglieder:
Christine von Auersperg Erwin Bach Dr. Harald Bessler Michael Bleks Uwe Block Gerd Gebhardt Dieter Gorny Peter Hauke Hansi Hoffmann Matthias Hoffmann Ossy Hoppe Tony Ioannou Otto Kern Klaus Lage Monti Lüftner Peter Maffay Hartwig Masuch Klaus Meine Gunther Mende Wolfgang Orthmayr Joost van Os Stephan Remmler Ulrich Scheele Rudolf Schenker Christiane zu Salm Michael Käfer Walter Lichte Reimund Slany







