Recorded & Publishing

Zebralution: Thielen hilft Indies beim Downloadvertrieb

Digitalvertrieb ist ein Lieblingsthema der Musikbranche. Ein Stolperstein auf dem Weg zum erfolgreichen Music-Store bleibt allerdings die Repertoire-Tiefe.
Hier will Kurt Thielen mit seiner neuen Firma Zebralution Abhilfe schaffen.

“Der Artikel in ‚Spiegel Online‘ über fehlende Titel im Phonoline-Angebot konnte für mich zu keinem besseren Zeitpunkt kommen“, scherzt Thielen, wenn er seine neue Firma beschreibt: Sie stellt die Musik von Independent-Labels in die digitalen Regale. So stehen demnächst rund 5000 Songs aus den Katalogen von L’Age d’Or, Domino, Warp, Ministry of Sound, Roof Music oder Freibank bei Musicload, OD2, AOL und Phonoline zum Verkauf. Dabei fungiert der frühere Zomba-Geschäftsführer als Bindeglied: Während sich kleinere Plattenfirmen mangels Kapazitäten beim Verhandeln mit Verkaufsportalen oft schwer tun, wollen Betreiber von Digitalshops ungern mit vielen einzelnen Repertoire-Inhabern um die Freigabe der Songs feilschen.

Zebralution bündelt die Titel seiner Indie-Kunden und kann den Portalen somit große Pakete anbieten – in verschiedenen Formaten wie als Download oder Stream auf Computer, Handy oder andere Geräte, als Master-Klingelton, Ringback-Tone, MMS-Service oder Java-Karaoke. Kernkompetenz des Unternehmens ist neben Katalogisierung und technischer Umsetzung vor allem das Handelsmarketing. Thielen kümmert sich etwa darum, dass die Shop-Betreiber bei VÖs auch Backkatalog-Aktionen der betreffenden Acts installieren oder dass Labels mit ihrem Gesamtkatalog prominent platziert werden. „Wichtig ist bei diesem Vertriebsweg auch Geschwindigkeit“, weiß Thielen. „So könnten wir bei Tourneen Live-Mitschnitte nur kurze Zeit nach dem Auftritt der Künstler zum digitalen Verkauf anbieten.“ Katalog- und Repertoire-Pflege sollen die entscheidenden Argumente für Zebralution sein.