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Zahl der CD-Kopien knackt Milliarden-Marke

Der globale Markt für Piraterieprodukte erreichte im Jahr 2002 ein Volumen von 4,6 Mrd. Dollar, das bedeutet nach Preisen auf dem illegalen Markt ein Plus von sieben Prozent. Die Verluste der Branche auf dem legalen Markt seien deutlich höher einzuschätzen, erklärte IFPI-Chairman Jay Berman bei der Vorlage des Piraterieberichts.

Die Zahl der im Jahr 2002 verkauften Piraterie-CDs stieg um 14 Prozent. Von 1999 bis 2002 hat sich diese Zahl von 510 Mio. Einheiten auf 1,1 Mrd. mehr als verdoppelt; zusammen mit illegal kopierten Cassetten liegt die Zahl gar bei 1,8 Mrd. Exemplaren. Während es sich bei jeder dritten weltweit verkauften CD um eine Raubkopie handelt, liegt die formatübergreifende Quote bei zwei von fünf Produkten. In 25 Nationen liegt das illegale Marktvolumen über dem des legalen Tonträgergeschäfts. Gleichzeitig verzeichnet die Musikbranche in Zusammenarbeit mit den Behörden aber auch erste Erfolge im Kampf gegen die Piraterie: So vervierfachte sich die Zahl der im Jahr 2002 weltweit beschlagnahmten CDs im Vergleich zum Vorjahr auf rund 50 Mio. Stück. Dabei wurden illegale Kopien von mehr als 50 internationalen Top-Alben schon vor ihrer eigentlichen Veröffentlichung gefunden. „Die organisierte Tonträger-Piraterie bleibt eine der größten Bedrohungen für die Musikbranche“, erklärte Berman. Die Zahl der illegalen CD-Kopien habe erstmals die Milliarden-Marke übersprungen. Die einzigen Gewinner dieser Situation seien die oftmals mit der organisierten Kriminalität in Verbindung stehenden Piraten. Für diese sei das Geschäft mit illegal produzierten Tonträgern vor allem ein, im Vergleich zum Drogenhandel und zur Prostitution, beinahe risikoloses Zusatzeinkommen, da die Strafen für die Verletzung von Urheberrechten minimal seien.

In Europa ist allen voran der griechische Markt vom Piraterieproblem betroffen: Hier liegt die Pirateriequote bei mehr als 50 Prozent. In Spanien, Italien, Portugal und Zypern liegt diese Quote bei 25 bis 50 Prozent, in den Niederlanden, Belgien und Finnland zwischen zehn und 25 Prozent. Alle anderen europäischen Länder haben mit Quoten von weniger als zehn Prozent zu kämpfen.

Bei all den Zahlen darf nicht vergessen werden, dass sich der Pirateriebericht der IFPI nur auf den Bereich der kommerziellen Bootlegger bezieht: Privat gebrannte CD-Rs oder im Internet getauschte Songs werden dagegen nicht erfasst.

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Der Pirateriebericht im pdf-Format