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Yahoo!-Musikchef fordert Abkehr von DRM

Die Majors halten Digital Rights Management für den Erfolg im Downloadgeschäft für unabdingbar, die Indies befürworten kopierschutzfreie Formate für mündige Kunden. Nun schlägt sich einer der großen Onlineplayer auf die Seite der DRM-Gegner.

Die Majorkonzerne halten Digital Rights Management (DRM) für den Erfolg im Downloadgeschäft für unabdingbar, die Independentfirmen befürworten hingegen kopierschutzfreie Formate für mündige Kunden. Nun schlägt sich einer der großen Onlineplayer auf die Seite der DRM-Gegner.

Dave Goldberg, als Vice President bei Yahoo! für das Geschäft mit Musik zuständig, erklärte im Rahmen des Kongresses Music 2.0: „Es gibt einen Preis für die Verwendung von DRM: Verlorene Verkäufe.“ Bei Yahoo! habe man festgestellt, dass viele Kunden nach anfänglichen Einkäufen bei den diversen Downloadshops nicht oft wiederkehren, weil sie durch DRM-geschützte Angebote verprellt werden. Goldberg rief die Rechteinhaber dazu auf, mehr Mut zeigen und sich ein Beispiel an eMusic zu nehmen. Der Downloadanbieter verkauft ausschließlich DRM-freie MP3-Dateien – allerdings nur aus Repertoirebeständen unabhängiger Labels.

Dennoch setzt eMusic nach eigenen Angaben in den USA monatlich 4,5 Mio. Downloads ab. Die Hürden, die untereinander inkompatible DRM-Systeme aufbauen, hätten viele potenzielle Kunden von einer größeren Akzeptanz digitaler Musikangebote abgehalten, findet Goldberg. Deshalb will er eine branchenweite Debatte über eine liberale Haltung zu Kopierschutzanwendung lostreten.

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