Recorded & Publishing

Yahoo! Japan verkauft Musikdownloads

In den vergleichsweise bescheidenen japanischen Downloadmarkt kommt Bewegung. In Zusammenarbeit mit dem Branchen-Joint-Venture Label Gate steigt nun Yahoo! ins Musikgeschäft ein. Die monatlich 39 Mio. Besucher des Webportals könnten den digitalen Verkäufen Flügel verleihen.

In den vergleichsweise bescheidenen japanischen Downloadmarkt kommt Bewegung. In Zusammenarbeit mit dem Branchen-Joint-Venture Label Gate steigt mit Yahoo! nun Nippons Website Nummer eins ins Musikgeschäft ein. Die monatlich 39 Mio. Besucher des Webportals könnten den digitalen Verkäufen Flügel verleihen. Das neue Angebot hört auf den simplen wie einprägsamen Namen Yahoo! Music Download und wird vom bereits bestehenden Webshop Mora gefüttert. Dieser ist das Gemeinschaftsprodukt von Label Gate, einem Zusammenschluss von 18 Firmen, darunter Labels wie Sony Music Entertainment Japan und Avex.

Einzelne Songs kosten bei Mora und nun auch bei Yahoo! zwischen 158 und 368 Yen – umgerechnet zwischen 1,15 und 2,67 Euro. Label Gate verfügt in seinem digitalen Vertriebszentrum über 73.000 Songs von 39 japanischen Plattenfirmen. Bei den Dateien, die über Mora und Yahoo! erhältlich sind, handelt es sich um Files im Sony-Format Atrac3. Sie sind demnach nur mit Digitalplayern von Sony kompatibel, in Japan gibt es zudem eine Handvoll Handys, die den Sony-Kopierschutz ebenfalls verarbeiten können. Seit Oktober 2004 betreibt Label Gate mit Music Drop einen weiteren Downloadshop. Er greift auf dieselbe Datenbank zu, verkauft seine Songs indes im Microsoft-Format Windows Media.

Bislang hält sich die Zahl verkaufter Internetdownloads in Grenzen. Mora konnte erst im Dezember die Schwelle von 300.000 Trackverkäufen durchbrechen. Zum einjährigen Bestehen des Dienstes Ende März rechnet Label Gate mit insgesamt zwei Mio. Downloads. Das entspräche einem geschätzten Umsatz zwischen vier und fünf Mio. Euro – ein kümmerlicher Betrag im Vergleich zu den Milliardenumsätzen, die in Japan mit dem Verleih von CDs und DVDs erwirtschaftet werden. Eine CD-Single ist bereits für 100 Yen (73 Cent) Miete zu haben. Dagegen haben es lizenzierte Downloads weiterhin schwer: Wer sich von den Leih-CDs per Ripping Dateien erstellt, muss sich zudem nicht mit Kompatibilitätsproblemen aufgrund unterschiedlicher DRM-Systeme herumplagen.

Mehr zum Thema