Im Streit zwischen den Rechteinhabern und Yahoo! China über angebliche Urheberrechtsverletzungen bahnt sich offenbar eine Entspannung an. Der Mehrheitseigner des Suchportals, die E-Commerce-Site Alibaba.com, verhandelt mit den Majorkonzernen über eine einvernehmliche Lösung des Konflikts.
Vice President Jin Jianhang erklärte am Rande der Halbjahresbilanz seines Unternehmens, dass man die Klage der IFPI-Mitglieder aus dem Juli gerne außergerichtlich aus der Welt schaffen möchte. Die Plattenfirmen werfen Yahoo! China vor, auf illegale Downloadangebote zu verlinken. Dabei verweisen die Suchergebnisse offenbar nicht nur auf Websites, die unlizenzierte Inhalte hosten, sondern führen direkt per Deep Link auf die illegalen Dateien.
„Wir haben größten Respekt vor geistigem Eigentum“, so Jin. Daher wollten Alibaba.com und Yahoo! China künftig sicherstellen, dass nur noch lizenzierte Inhalte in den Suchindizes zu finden sind. „Wir hoffen, dass sie uns als Plattform ansehen, über die sie ihre Musik an Nutzer vermarkten können.“ Jin hofft bei den Verhandlungen mit den Majors auch auf Unterstützung seines amerikanischen Kooperationspartners Yahoo!, der zu 40 Prozent an seinem chinesischen Ableger beteiligt ist.
In welcher Form Alibaba.com und Yahoo! China als Vermarktungspartner für die Labels in Erscheinung treten wollen, ließ Jin indes noch offen. IFPI-Chairman John Kennedy schloss in der Vergangenheit eine Einigung am runden Tisch nicht kategorisch aus. „Wenn sich ein Strafprozess auf dem Verhandlungswege vermeiden lässt, soll es mir recht sein“, sagte Kennedy vor vier Wochen.





