Nach monatelangem Taktieren haben XM Satellite Radio und Sirius Satellite Radio, die beiden Satellitenradiobetreiber der USA, ihre Fusionsabsichten bekannt gegeben. Durch einen Aktientausch soll ein neues Unternehmen im Wert von rund 13 Milliarden Dollar entstehen.
Der Deal beinhaltet auch die gemeinsamen Schulden in Höhe von rund 1,6 Milliarden Dollar. Beide Digitalfunker sprechen zwar von einem „Merger of Equals“, doch die Tatsache, dass XM-Aktionäre für jeden ihrer Anteilsscheine 4,6 Aktien von Sirius erhalten sollen, lässt eher darauf schließen, dass Sirius zumindest formell XM übernimmt. Danach sollen beide Seiten zu gleichen Teilen am fusionierten Unternehmen beteiligt sein.
Gegenwärtig kommen die beiden Firmen gemeinsam auf gut 14 Millionen Dauerhörer, die für ihr Radioabonnement monatlich 13 Dollar bezahlen. Im Jahr 2006 hat das gemeinsam für XM und Sirius zu Umsätzen von 1,5 Milliarden Dollar geführt. Doch die Ausgaben für Inhalte, Technik, Marketing und Vertrieb wuchsen in den letzten zwei Jahren exorbitant. Seit Monaten drängten deshalb die führenden Aktionäre bei XM und Sirius auf die Aufnahme von Fusionsverhandlungen. Zu hoch war der anhaltende Kostendruck für beide, und schwarze Zahlen womöglich noch Jahre entfernt.
Mit dem geplanten Zusammenschluss sollen nun jährlich zwischen drei und sieben Millionen Dollar eingespart werden können. Als Chairman der fusionierten Digitalfunker soll der jetzige XM-Chairman Gary Parsons fungieren, der CEO-Posten fällt Mel Karmazin zu, der diese Position derzeit bei Sirius inne hat. XM-CEO Hugh Panero wird vermutlich nach Abschluss der Radiohochzeit ausscheiden. Dies soll bis Jahresende passieren, doch vorher muss noch die US-Medianaufsicht FCC ihren Segen zum Deal geben.
In der Vergangenheit hatte FCC-Chairman Kevin Martin immer wieder deutlich gemacht, dass es unter geltendem Recht kein grünes Licht für diese Fusion geben könne. Daher drängen die beiden Unternehmen nun auf eine Reglementsänderung bei der FCC und haben eine Reihe von Anwaltskanzleien engagiert, die helfen sollen, die Änerung in Washington durchzusetzen. Die National Association of Broadcasters, der Verband der terrestrischen Radiosender, hat bereits Widerstand angekündigt.
Als die FCC die Lizenzen für Satellitenradio erteilt hatte, sei bewusst auf ein Duopol gesetzt worden, das untereinander im Wettbewerb steht, so NAB-Sprecher Dennis Wharton. „Und jetzt, wo beide Firmen mit ihren Aktienkursen am absoluten Tiefpunkt angelangt sind und ihr Geschäftsmodell aufgrund verschwenderischer Ausgaben in Frage gestellt ist, wenden sie sich hilfesuchend an die Regierung, um sich nicht mehr dem Markt stellen zu müssen.“






