Der anhaltende wirtschaftliche Druck auf Deutschlands älteste Privatuniversität hat Folgen für die von der Stiftung Musik Hilft by Nordoff Robbins geförderte Musiktherapie. Obwohl die Droege International Group AG mit einer großzügigen Spende in Höhe von zwölf Millionen Euro den Fortbestand der Uni Witten/Herdecke gesichert hat, wird der Lehrstuhl für Musiktherepie gestrichen.
„Wir können uns nun frei und jenseits von einzelnen Gesellschafterinteressen entwickeln“, erklärte Peter Kallien, der kaufmännische Geschäftsführer der Universität, gegenüber „Spiegel online“. Diese Freiheit wird allerdings mit Opfern bei der Ausbildung bezahlt: „Die Biochemie werden wir stark einschränken und die Musiktherapie aufgeben“, so Kallien. Was diese Budgetkürzung für das Nordoff Robbins Zentrum in Witten und das Therapieteam um Prof. Lutz Neugebauer bedeutet, ist derzeit nicht abzusehen.
Musik.hilft hatte erst im April die Unterstützung für die Musiktherapie bekräftigt – auch gegenüber den Forschungseinrichtungen an der Uni Witten/Herdecke. Allerdings hatte sich Neugebauer schon vor mehr als einem Jahr zumindest räumlich von der Uni emanzipiert: Eine Spenderin hatte der Fördergesellschaft für Musiktherapie e.V. ein Haus in Witten vermacht, das seither als „Nordoff Robbins Zentrum Witten“ fungiert.
Bei Musik.hilft will man das auch wirtschaftlich eigenständige Team um Neugebauer offenbar auch in Zukunft weiter unterstützen, war aus Berlin zu hören.





