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Wieviel ist Warner der Börse wert?

Der angeblich unmittelbar bevorstehende Börsengang der Warner Music Group sorgt bei Beobachtern für Fragezeichen: Wie kann ein Unternehmen, das vor elf Monaten für 2,6 Mrd. Dollar den Besitzer wechselte, von den Konsortialbanken plötzlich mit mehr als der doppelten Summe bewertet werden?

Der angeblich unmittelbar bevorstehende Börsengang der Warner Music Group (WMG) sorgt bei Beobachtern für Fragezeichen: Wie kann ein Unternehmen, das erst vor elf Monaten für 2,6 Mrd. Dollar den Besitzer wechselte, von den Konsortialbanken plötzlich mit mehr als der doppelten Summe bewertet werden? US-Medienberichten zufolge berechnen die Banken, die den IPO betreuen, den Wert der WMG nämlich mit fünf bis sechs Mrd. Dollar. Und das, obwohl Warner seit der Übernahme durch das Konsortium um Edgar Bronfman jr. stetig Marktanteile verloren hat. Wohlwollend gestimmte Insider konzedieren zwar, dass die WMG seither ihren Umsatz und ihre Verluste im Lauf des ersten Jahres unter Bronfman in den Griff bekommen hat, doch ein großer Teil der Bilanzkorrektur ging dabei auf das Konto von Kostenoptimierung – sprich: Entlassungen. Daher sei es für potenzielle Aktionäre fraglich, woher das Wachstum in der Zukunft kommen soll.

Für das Management der WMG ist die Antwort klar: Nach der Gesundschrumpfung müssen nun Hits her. Die deutsche Niederlassung macht es in diesen Tagen vor. Ein Börsengang verspricht indes für die Verantwortlichen bei Warner offenbar zunächst keine persönlichen Profite: Unbestätigten Gerüchten zufolge dürfen WMG-Mitarbeiter ihre Firmenanteile erst nach vier Jahren verkaufen.

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