Flea Hoefl, Managing Director Guerilla Promotion: Eine der Herausforderungen, vor denen wir stehen, ist der Umgang mit KI-„Künstlern“. Heutzutage hört niemand (Influencer/Content-Ersteller/Online/Radio/TV und so weiter) einen erkennbaren Unterschied zwischen real und KI – und diese werden zu der Flut neuer Songs zusätzlich zu den täglichen 120.000 Tracks beitragen, die täglich bei Spotify eingestellt werden. Deswegen wird ein PR-Team auch als Instrument der Validierung fungieren. Was die Musik-PR in Großbritannien und den USA betrifft, so ergab sich eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre aus der Tatsache, dass etablierte Verkaufsstellen schneller verkauft, verkleinert oder untergegangen sind als neue hoch. Wenn Sie das mit einem übersättigten Markt von über 120.000 neuen Titeln auf Streamingplattformen pro Tag kombinieren, wird schnell klar, warum die neueste Single Ihres aufstrebenden Künstlers mit 20.000 Followern möglicherweise nicht die erwartete Bekanntheit erhält. Oder wenn doch, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um ein kostspieliges Advertorial handelt, bei dem große Teile Ihrer eigenen Pressemitteilung entnommen werden, und nicht um irgendetwas, das einem Stück Qualitätsjournalismus ähnelt. PR wird noch mehr zu einem Marathon als zu einem Sprint, bei dem engagierte Teams die Medien über längere Zeiträume hinweg beharrlich mit viel mehr Runden Musik und qualitativ hochwertigeren visuellen Assets ansprechen müssen, um das zu erreichen, was zuvor möglicherweise schneller möglich war. Es ist zwar zeit- und kostenintensiver, andererseits bleibt der einmal dagewesene Versicherungsschutz für immer verfügbar. PR muss zunehmend auf sich ständig verändernde neue Technologien zurückgreifen, um die Ergebnisse und die Reichweite unserer Arbeit zu verfolgen und zusammenzustellen sowie die Auswirkungen zu definieren. Diese werden immer kostspieliger und erfordern Arbeitsstunden während der Anpassungsphase. Eine weitere Herausforderung besteht darin, mehr Funktionen als nur traditionelle PR- und Marketingfunktionen zu erfüllen. PR in der Musikindustrie muss zunehmend digitale Marketingfunktionen erfüllen, da der Raum immer detaillierter wird und Künstler zunehmend Musik ohne die Unterstützung eines Labelteams veröffentlichen. Wir brauchen einen viel ganzheitlicheren Ansatz für die Musik-PR, um kleine Live- und Offsite-Events/Sessions/Showcase-Konzerte abzudecken, die sich angesichts der Flut an digitalen Inhalten derzeit immer größerer Beliebtheit erfreuen.
Wie PR-Agenturen den Verstärker neu justieren – Teil eins
Der Wandel in der Musikbranche betrifft auch das Geschäft der PR-Agenturen als Lautsprecher für ihre jeweiligen Themen. MusikWoche fragte ausgewählte Firmen, worin sie aktuell die größten Herausforderungen sehen.






