Recorded & Publishing

Widerstand gegen kopiergeschützte CDs

Nachdem in den vergangenen Wochen die Major-Plattenfirmen immer mehr kopiergeschützte CDs veröffentlicht haben, wird der Widerstand aus verschiedenen Lagern immer lauter. Die Zeitschrift „Audio“ und Stiftung Warentest melden Bedenken an, der Bundesverband Phono weist dagegen

Nachdem in den vergangenen Wochen die Major-Plattenfirmen immer mehr kopiergeschützte CDs veröffentlicht haben, wird der Widerstand aus verschiedenen Lagern immer lauter. Die Zeitschrift „Audio“ und Stiftung Warentest melden Bedenken an, der Bundesverband Phono weist dagegen auf die Notwendigkeit eines Schutzes hin. Die Zeitschrift „Audio“ kommt in ihrer aktuellen Ausgabe zu dem Ergebnis, dass die Kopierschutz-Systeme „SafeAudio“ und „Cactus Data Shield 200 (CDS)“ in die musikalischen Daten einer CD eingreifen und damit die Tonqualität verschlechtern. Die Stiftung Warentest kommt zum gleichen Ergebnis. Außerdem, so die Stiftung, würden viele CD-Player kopiergeschützte CDs nicht abspielen. Die Erfinder der Schutzsysteme dementieren einen Klangverlust durch ihre Programme: „CDS-geschützte CDs bieten exakt die gleiche Qualität wie die Orginalaufnahme“, bekräftigt beispielsweise Noam Yur von der Softwarefirma Midbar, die CDS entwickelt, gegenüber der Presseagentur dpa. Auch von Hersteller-Seite ernten die Kopierschutz-Bemühungen der Plattenfirmen viel Kritik. Philips-Manager Gijs Wirtz forderte unlängst, geschützte CDs , da die von CD-Erfinder Philips gesetzten Qualitätsstandards wegen der Schutzmaßnahmen nicht mehr gewährleistet seien. Und auch der Endverbraucher macht mobil gegen geschützte CDs: So brachte beispielsweise der Musikfan Jörg Krüger die Website www.gegen-den-kopierschutz.de online. Auf ihr werden Meinungen gesammelt und die technischen Hintergründe erklärt. Peter Zombik, Geschäftsführer von Bundesverband Phono und GVL, sieht die Notwendigkeit für einen Schutz gegeben und bezeichnet den seit längerem anhaltenden Trend zu illegal gebrannten CDs als „höchst bedrohlich für unsere Geschäftsaussichten“. Hoffnung bietet derzeit unter anderem die Politik: Die Bundesregierung muss bis zum November 2002 die EU-Info-Richtlinie für Deutschland umsetzen. Im Zuge dessen soll, so Zombiks Hoffnung, die Umgehung von Kopierschutz-Systemen gesetzlich untersagt werden.