Mit ihrer gemeinsamen Klage gegen den KI-Bildgenerator Midjourney betreten Disney und NBCUniversal juristisches Neuland – und setzen zugleich ein deutliches Zeichen zur Sicherung der Urheberrechte. Am Mittwoch reichten die Studios beim U.S. District Court in Los Angeles eine 110 Seiten starke Klageschrift ein, in der sie dem Unternehmen systematische Urheberrechtsverletzungen vorwerfen.
Midjourney soll seine Bild-KI mit geschützten Inhalten trainiert haben – darunter Marken und Figuren wie die „Minions“, die „Simpsons“, Elsa aus „Die Eiskönigin“ oder Darth Vader. Die Software ermögliche es Nutzenden, millionenfach Werke zu generieren, die „offensichtlich bekannte Figuren […] enthalten und kopieren“. In der Klage ist von „Piraterie“ und einem „Fass ohne Boden für Plagiate“ die Rede.
Die Studios reagieren damit auf die bisher ausbleibende Antwort Midjourneys auf zuvor versandte Unterlassungserklärungen. Die Klage fordert nicht nur Schadensersatz, sondern zielt auch darauf, einen geplanten Videodienst des KI-Anbieters zu stoppen – solange keine urheberrechtlichen Schutzmaßnahmen etabliert sind.
Es ist die erste derartige Klage großer Studios gegen ein KI-Unternehmen – und sie dürfte Signalwirkung entfalten. Denn die Auseinandersetzung um die Nutzung kreativen Materials für KI-Training steht damit erstmals im Zentrum einer Auseinandersetzung auf höchster Branchenebene.






