Der Vertriebs- und Handelsmarketingarm der Warner Music Group will amerikanischen Facheinzelhändlern den Weg zum Downloadverkauf ebnen. Zusammen mit dem Technologiedienstleister B3 wird die WEA Corp. nun unabhängigen Händlern beim Aufbau von Digitalshops helfen.
WEA wird dabei mit drei Vereinigungen zusammenarbeiten: der Coalition of Independent Music Stores (CMIS), zu der Läden wie Waterloo (Austin), Uncle Sam’s (Miami), Disc Exchange (Knoxville), Easy Street (Seattle), Homer’s (Omaha) oder Twist & Shout (Denver) zählen, der Association of Independent Media Stores (AIMS) mit Mitgliedern wie Criminal Records (Atlanta) oder Luna Music (Indianapolis) sowie dem Music Monitor Network, dem z.B. die zehn Filialen von Moose Music oder die sieben Geschäfte von Graywhale CD Exchange angehören.
WEA wird die Inhalte für die Webshops der Händler liefern, B3 liefert einen schlüsselfertigen White-Label-Shop, der auf die Markenbedürfnisse der jeweiligen Retailer angepasst werden kann. WEA-Chef John Esposito erklärte in diesem Zusammenhang, dass unabhängige Händler ein wichtiger Stützpfeiler für die gesamte Branche seien, denen Warner gerne beim Abbau von Hindernissen im Digitalbereich behilflich sein will.
Don Van Cleave, streitbarer Vorsitzender der CMIS, zeigte sich dankbar über die Unterstützung des Majors: „Wenn sich WEA nicht so stark für uns ins Zeug gelegt hätte, wäre aus diesem Projekt wohl nie etwas geworden.“ Und für AIMS-President Eric Levin ist diese Kooperation das Einlösen eines Versprechens: „Bei der NARM-Tagung vor einem Jahr fragte uns John Esposito, was wir Indiehändler am dringendsten zum Überleben bräuchten. Unsere Antwort war und ist: gleiche Ausgangsbedingungen.“ Nun habe Warner seinen Mitgliedern eine Chance gegeben, sich mit den großen Handelsketten auf Augenhöhe im Wettbewerb zu messen.
Völlig uneigennützig ist das Engagement von WEA indes kaum: Warner will über die kleinen Fachhändler Musik von ortsansässigen Künstlern, Dateien von In-Store-Auftritten und digitale Produktbündel – bestehend aus Song, Video, interaktives Digitalbooklet und Bonustitel – vermarkten. Die Preise sollen dabei im Gegensatz zu Shops wie iTunes flexibel gestaltet werden.





