Recorded & Publishing

Was macht Viva mit der Popkomm.?

Seit dem Wochenende kursiert die Meldung, die Viva Media AG werde den Popkomm.-Veranstalter Musik Komm. übernehmen. In Köln halten sich alle Beteiligten bedeckt. Was ist dran an den Gerüchten? Was wird aus der Messe?

Seit dem Wochenende kursiert die Meldung, die Viva Media AG werde den Popkomm.-Veranstalter Musik Komm. übernehmen. In Köln halten sich alle Beteiligten bedeckt. Wie bislang in Erfahrung zu bringen war, wird Musik Komm.-Geschäftsführer Uli Großmaas aller Voraussicht nach zum Jahresende aus der Firma ausscheiden. Wie man sich in Branchenkreisen bereits bei der Verleihung der „Eins Live Krone“ letzte Woche in Oberhausen zuraunte, wird wohl Kerstin Karpinski, Director Corporate Brand Marketing bei Viva, künftig das Messegeschäft koordinieren. Aber nur, wenn der Aufsichtsrat der AG einer Übernahme der Musik Komm. zustimmt. Im Detail geht es um 51 Prozent an der Musik Komm., die derzeit im Besitz von Viva-CEO und Popkomm.-Gründer Dieter Gorny sind. Dass verhandelt wird, bestreitet inzwischen niemand mehr. Bei Viva-Sprecherin Katrin Mehler klingt das so: „Die Musik Komm. ist ein tolles Unternehmen mit einer tollen Substanz, das sowohl lokalpolitisch als auch popkulturell ein wichtiger Faktor ist. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass da miteinander gesprochen wird.“ Aus Kreisen des Aufsichtsrats erfuhr musikwoche.de immerhin, dass es frühestens im Januar zu einer Entscheidung kommen wird. Bei der letzten Sitzung des Gremiums wurde das Thema vertagt, um weitere Informationen über Finanzlage und Geschäftsmodell bei der Musik Komm. zu sammeln. Der Wille zur Übernahme ist ausgesprochen, nun geht es um den Preis. Und für die Musikbranche um die Frage: Was wird aus der Popkomm., wenn sie nicht mehr von einem unabhängigem Unternehmen veranstaltet wird? Derzeit halten AOL Time Warner 30,6 und Vivendi Universal 15,3 Prozent an Viva Media. Diesen Bedenken will der Aufsichtsrat mit der Gründung eines Popkomm.-Beirats entgegentreten. Darin sollen Abgesandte aller Plattenfirmen vertreten sein. Eventuell wird sogar ein gewisser Anteil an der Musik Komm. künftig an den Bundesverband Phono abgetreten. Ein Umzug der Messe nach Berlin gilt derzeit indes als unwahrscheinlich. Da die Sparkasse Köln bereits in diesem Jahr aus standortpoltischen Gründen großzügig Mittel für die Durchführung der Popkomm. zur Verfügung gestellt hat, steht die Musik Komm. auch 2003 bei der Stadt in der Pflicht. An einen Wechsel in die Hauptstadt dürfte also frühestens im Jahr 2004 zu denken sein.