Die Warner Music Group hat Pläne zur Gründung eines digitalen Labels bestätigt. CEO Edgar Bronfman jr. stellte das Konzept im Rahmen eines Kongresses des Think Tanks Progress & Freedom Foundation in Aspen vor. Bereits vor drei Wochen war bekannt geworden, dass Jac Holzman, der heute 73-jährige Gründer der inzwischen aufgelösten Warner-Firma Elektra, einer Konzeptgruppe vorsteht, die sich um die Entwicklung dieser Plattenfirma für Digitalveröffentlichungen kümmern soll. Bronfman nannte das Kind nun beim Namen und kündigte an, dass das e-Label demnächst Musik von Künstlern veröffentlichen wird, die zunächst nur nicht-physisch über digitale Plattformen vermarktet wird.
Statt Alben werden die Künstler des e-Labels im Abstand von wenigen Monaten immer wieder eine Reihe neuer Titel auf den Markt bringen, die dann umgehend für die Kunden verfügbar gemacht werden sollen. Die Musiker könnten somit in einem unterstützenden Umfeld arbeiten, das für sie weniger Risiken berge, so Bronfman.
„Das alte System erlaubte es Künstlern, sich über eine gewisse Zeit zu entwickeln und zu wachsen. Im Geschäft von heute bedeutet ein kommerzieller Fehlschlag meist, dass Künstler keine zweite Chance mehr bekommen“, sagte der Warner-Chef. Das e-Label biete Künstlern bei kleineren ersten Schritten revolutionäre neue Möglichkeiten. Solange Künstler beim e-Label unter Vertrag stehen, behalten sie zudem die Rechte an ihren Masterbändern und ihren Urheberrechten. Die Universal Music Group betreibt seit November 2004 ein ähnliches Konzept unter dem Namen Universal Music Enterprises Digital (UMeD).






