Der Musikverlag Warner/Chappell beruft sich auf die jüngsten Gerichtsurteile gegen P2P-Börsen und verschickte eine Abmahnung an den Freeware-Anbieter Pearlyrics. Die Software verknüpft Songs von iTunes mit Liedtexten. „Dies führt zwangsläufig dazu, dass die Nutzer Texte herunterladen können, deren Rechte bei unserem Unternehmen liegen“, heißt es dazu bei Warner/Chappell. Daher verletze die Software ebenso eindeutig wie die Tauschbörsen, die nicht-lizenzierte Titel anbieten, das Urheberrecht. Pearlyrics-Erfinder Walter Ritter erklärte auf seiner Internetseite, dass er als Freeware-Entwickler kein Gerichtsverfahren „gegen eine so große Firma riskieren könne“. Daher habe er das Angebot eingestellt.
Den Vorwurf, sein System verletze das Copyrigh, wies er zurück. „Ich kann nicht sehen, wo Pearlyrics gegen das Urheberrecht verstößt, da es nur nach öffentlich zugänglichen Inhalten sucht und sie zugänglich macht sowie auf Wunsch des Nutzers abspeichert“, schreibt er auf seiner Homepage. Allerdings äußert er in seinem jüngsten Eintrag Verständnis für das Vorgehen von Warner/Chappell. „Sie versuchen nur, sicherzustellen, dass ihre Künstler eine entsprechende Vergütung für ihre Werke erhalten, denn das ist ihr Job“, betont Ritter.
Dem „Telegraph“ zufolge will der US-Branchenverband Music Publishers Association of America bald eine eigene Kampagne zur Pirateriebekämpfung starten. Diese solle „sehr große Seiten“ angehen, die das Urheberrecht verletzen.





