Mit der Abmahnung und einer Unterlassungserklärung an den österreichischen Programmierer Walter Ritter habe man sich im Ton vergriffen, gibt Warner/Chappell zu. Statt den Macher des Songtext-Diensts PearLyrics zu verklagen, will der Musikverlag nun über eine Kooperation verhandeln. Mit seiner Freeware konnten sich iTunes-Nutzer die Liedertexte zu den Titeln in ihrer Bibliothek anzeigen lassen. PearLyrics durchkämmte dabei das Internet nach frei verfügbaren Songtextangeboten, deren Legalität allerdings nicht immer zweifelsfrei war.
Der 31-jährige Ritter, hauptberuflich als Forscher an der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn tätig, verteidigte sein Programm zwar als reine Suchmaschine ohne inhaltliche Verantwortung, beugte sich jedoch dem Druck von Warner/Chappell und nahm das Programm von seiner Website. Bis zum 6. Dezember verzeichnete Ritter rund 15.000 Downloads von PearLyrics.
Dass man mit der juristischen Breitseite wohl mit Kanonen auf Spatzen schoss, leuchtete den Verantwortlichen bei Warner/Chappell erst später ein. Richard Blackstone, CEO des Majorverlags, zeigte indes Größe und rief persönlich bei Ritter an, um sich für das „unangebrachte Vorgehen“ zu entschuldigen. In einer gemeinsamen Erklärung kündigten Ritter und Warner/Chappell nun eine Zusammenarbeit an. Die Details für das neue PearLyrics werden noch ausgehandelt.





