Ein halbes Jahr nachdem das Konsortium um Edgar Bronfman jr. die Warner Music Group (WMG) übernommen hat, legen die neuen Eigentümer ihre erste Zwischenbilanz vor. Das Tonträgergeschäft schrumpft zwar weiter, aber die Zahlen konnten vom 1. Dezember 2003 bis zum 31. Mai 2004 stabilisiert werden: Die WMG schreibt wieder schwarze Zahlen. Der operative Gewinn erreichte 21 Mio. Dollar, im Vergleichszeitraum verbuchte die WMG noch ein Minus von 36 Mio. Dollar. Der Gesamtumsatz in Höhe von rund 1,5 Mrd. Dollar blieb zwar nahezu unverändert, doch Stellenstreichungen und andere Rationalisierungsmaßnahmen lassen unter dem Strich wieder ein Plus erscheinen.
Der Geschäftsbereich Recorded Music musste allerdings erneut Federn lassen: Umsätze von 1,22 Mrd. Dollar bedeuten ein Minus von drei Prozent. Dafür holte der Publishing-Arm deutlich auf: Warner/Chappell machte mit 286 Mio. Dollar 16 Prozent mehr Umsatz als im Vergleichshalbjahr. Gewinne oder Verluste für die einzelnen Geschäftsbereiche wies WMG nicht aus. Das neue Management sieht sich mit diesem Ergebnis auf Kurs, bestimmte Sparziele wurden sogar übererfüllt: Statt der jährlich prognostizierten Einsparungen von 60 Mio. Dollar konnten bis jetzt schon 225 Mio. Dollar erzielt werden, bis zum Jahresende sollen es sogar 250 Mio. Dollar werden. Auch die einmaligen Ausgaben, die für diese Einsparungen nötig wurden – etwa Abfindungen für die rund 1000 entlassenen Mitarbeiter – blieben laut WMG unter der zuvor errechneten Summe von 310 Mio. Dollar. „Wir haben nun den größten Teil unserer Umstrukturierungspläne vollendet“, sagte Bronfman. „Somit konnten wir die WMG als schlankes und flexibles Musikunternehmen positionieren.“ Besonders deutlich zeigen sich die Resultate des Konzernumbaus bei einem Blick auf des zweite Quartal: Die WMG machte von März bis Ende Mai zwar zehn Prozent weniger Umsatz, erzielte aber einen operativen Gewinn von 16 Mio. Dollar. Das Tonträgergeschäft schrumpfte in diesen drei Monaten um 14 Prozent auf 717 Mio. Dollar, das Verlagsgeschäft wuchs dagegen um elf Prozent auf 129 Mio. Dollar. Im ersten Quartal – damals noch unter der Leitung von Time Warner – betrug der Gewinn fünf Mio. Dollar bei Umsätzen von 779 Mio. Dollar.






