Wenige Stunden nachdem die britische EMI Group neue Kontakte mit Warner Music bestätigt hatte, geht nun der US-Major in die Offensive: Warner wolle EMI ganz übernehmen und habe eine entsprechende Anfrage bereits am 24. Januar auf den Weg gebracht.
Allerdings geht Warner-Chef Edgar Bronfman jr. diesmal angesichts potenzieller Probleme mit den Wettbewerbshütern neue Wege: So führte er bereits vor der erneuten Kontaktaufnahme mit EMI erste Sondierungsgespräche mit dem Interessenverband der europäischen Independents Impala. Und offenbar konnten sich beide Seiten auf ein Entgegenkommen einigen: So wollen die Vertreter der unabhängigen Plattenfirmen als Gegenleistung für ein partielles Entgegenkommen Warners keinen Widerspruch gegen die Übernahme einlegen.
Warner erklärt sich dafür bereit, die auf der Midem offiziell vorgestellte unabhängige Lizenzplattform Merlin finanziell zu unterstützen. Außerdem sollen einzelne Labels aus dem Portfolio der beiden Majors ausgegliedert und auf den Markt gebracht werden, um so die Position der Independents nicht weiter einzuschränken. Namen nannte Warner bislang nicht, aber Firmen wie die zu EMI zählenden Kreativzellen Virgin, Labels und Mute haben im unabhängigen Geschäft immer noch einen großen Namen.
Ein dritter Einigungspunkt zwischen dem Warner-Konzern und dem Impala-Verband spricht schließlich recht unspezifisch von einem weiteren Entgegenkommen Warners, mit dem das Musikgeschäft insgesamt, aber speziell das Independent-Segment gestärkt werden solle.
EMI plant Umschuldung (19.02.07)






