Recorded & Publishing

Warner trimmt Kosten und verbessert Bilanz

Die Umbaumaßnahmen bei der Warner Music Group zeigen weiter Wirkung. In seiner Zehnmonatszwischenbilanz weist das Unternehmen einen leicht gestiegenen Umsatz und stark verbesserte Zahlen beim operativen Ergebnis aus. Und schon tuschelt die Branche wieder über eine Fusion mit EMI.

Die Umbaumaßnahmen bei der Warner Music Group (WMG) zeigen weiter Wirkung. In den neun Monaten, die mit dem 30. September endeten, setzte das Unternehmen 2,5 Mrd. Dollar um. Das entspricht einem Pro-forma-Zuwachs von zwei Prozent im Vergleich zu den gleichen zehn Monaten aus dem Jahr 2003. Die WMG legte am 13. Dezember wie angekündigt eine Zwischenbilanz für diesen ungewöhnlichen Berichtszeitraum ab, da man den Geschäftsjahresturnus gerade umstellt – künftig beginnt das Warner-Jahr am 1. Oktober. Wenngleich der Umsatz angesichts des weiterhin schwächelnden Musikgeschäfts nur zaghaft wuchs, konnte sich die WMG beim operativen Ergebnis deutlich verbessern: Statt eines Verlustes von 197 Mio. Dollar wie im Vergleichszeitraum stehen nun sieben Mio. Dollar Gewinn in den Büchern. Gleichzeitig konnte der Nettoverlust des Unternehmens um über 40 Prozent reduziert werden und liegt nun bei einem Fehlbetrag von 136 Mio. Dollar.

Dabei zeichnet der Geschäftsbereich Recorded Music für 2,06 Mrd. Dollar Umsatz verantwortlich. 53 Prozent davon – nämlich 1,09 Mrd. Dollar – erwirtschaftete Warner Music International (WMI). Die restlichen 977 Mio. Dollar gehen auf das Konto des US-Geschäfts. Im Bereich Music Publishing ist der außeramerikanische Umsatzanteil noch größer: 287 Mio. Dollar (57 Prozent) setzte Warner/Chappell international um, in den USA waren es zusätzliche 218 Mio. Dollar. Auch wenn alle Eckwerte der Bilanz im Vergleich mit Pluswerten aufwarten können, ist darauf hinzuweisen, dass die WMG durch ihren starken internationalen Arm in der Bilanz vom zuletzt sehr schwachen Kurs des US-Dollars profitiert hat.

Bei solch erfreulichen Zahlen schießen auch die Spekulationen wieder ins Kraut: Der „Observer“ in London berichtet bereits von neuen Fusionsverhandlungen mit der EMI Group. Angeblich hätten sich WMI-Chef Paul-Rene Albertini, WMG-Boss Edgar Bronfman jr. und Alain Levy, CEO von EMI Recorded Music, in New York zu Sondierungsgesprächen getroffen.

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