Was Anfang des Monats beim US-Vertrieb WEA begann, setzt sich nun auch in anderen Abteilungen fort: Die Warner Music Group (WMG) trennt sich angesichts der wachsenden Verluste von weiteren Mitarbeitern, in der Hoffnung, dadurch die Bilanz zu verbessern.
In Großbritannien sollen dem personellen Umbau 15 Mitarbeiter zum Opfer fallen, die Katalogabteilung Rhino in Los Angeles entlässt angeblich 20 Angestellte. Beim UK-Arm geht es allem Anschein nach um eine Zusammenlegung der Backoffice-Bereiche bei den Labels Atlantic und Warner Bros. Man richte das Unternehmen nach den veränderten Marktbedingungen neu aus, ließ die WMG wissen. Dabei gehe es um Effizienz und um die Umleitung von Ressourcen hin zu Wachstumsbereichen. Bei WEA kostete dieses Sparprogramm vor wenigen Wochen 70 Mitarbeiter den Job. Für Rhino, wo am Stammsitz in den USA ein größerer Umbau bevorsteht, gab es in London einen Wechsel an der Spitze. Dan Chalmers ersetzt Nick Stewart als Vice President der Katalogsparte bei Warner Music UK und Warner Music International.
Professionelle Beobachter zeigten sich allerdings unbeeindruckt von der personellen Schlankheitskur. Analyst Richard Greenfield von Pali Research meldet vielmehr Zweifel an: „Wir tun uns recht schwer mit der Erklärung der WMG für diese neuerliche Kosteneinsparungsrunde. Sie wird zwar beschrieben als ‚Neuausrichtung, die das Wachstum fördern soll‘, aber uns drängt sich eher der Eindruck einer Verzweiflungstat auf, die das Ausmaß der jüngsten Umsatzeinbrüche begrenzen soll.“
Warner hatte im zweiten Quartal 27 Millionen Dollar Nettoverlust erwirtschaftet und schrumpfende Einnahmen verzeichnet. Greenfield hält die WMG daher für überbewertet und prognostiziert ein Kursziel von 14 Dollar für die kommenden zwölf Monate. Am 22. Mai beendete der US-Major den Börsenhandel mit einem Kurs von 16,97 Dollar.





