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Warner steigt mit Violator ins Künstlermanagement ein

Warner Music wird künftig über ein Joint Venture auch als Managementfirma auftreten. Die Brand Asset Group wird dabei von Verträgen zwischen Künstlern und Markenartiklern profitieren. Den ersten Deal machte Warner mit Universal-Rapper 50 Cent.

Die Warner Music Group (WMG) wird künftig über ein Joint Venture auch als Managementfirma auftreten. Die Brand Asset Group (BAG) wird dabei von Verträgen zwischen Künstlern und Markenartiklern profitieren. Den ersten Deal schloss das Unternehmen mit dem Universal-Rapper 50 Cent.

Die BAG ist ein Gemeinschaftsunternehmen, das Warner mit Chris Lighty aufbaut. Lighty ist CEO der Künstleragentur Violator Management, die neben 50 Cent auch Stars wie Missy Elliott, Diddy, LL Cool J oder Busta Rhymes vertritt. Welchen Betrag die WMG in das Joint Venture investiert, ist nicht bekannt, doch die BAG wird anfangs sechs bis acht Mitarbeiter beschäftigen, von denen einige Werbeagentur-Erfahrung mitbringen. Ziel ist es, für Musiker möglichst viele lukrative Werbeverträge an Land zu ziehen.

Lighty gilt in diesem Bereich als enorm erfolgreich. Zusammen mit Marc Ecko Enterprises schuf der heute 38-Jährige 2003 das Modelabel G-Unit, noch bevor das Debütalbum von 50 Cent auf dem Markt war. Darüber hinaus kann Violator noch weitere hochkarätige Deals vorweisen: LL Cool J warb für Gatorade und Gap, Busta Rhymes für Courvoisier und Mountain Dew, A Tribe Called Quest für Sprite und Missy Elliott für MAC. In den 90er-Jahren war Lighty zudem mit dem Label Violator Records aktiv, verkaufte die Firma jedoch 1999 an Def Jam. Aus dieser Zeit stammen auch die Kontakte zum heutigen WMG-Management um Lyor Cohen und Kevin Liles, die das Joint Venture anschoben.

„Als Musikfirma definieren wir unseren Wirkungsbereich meiner Ansicht nach noch zu eng“, erklärte WMG-CEO Edgar Bronfman kürzlich vor Analysten. „Die Musikbranche wächst, aber die Tonträgerbranche nicht.“ Joint Ventures wie die Brand Asset Group sollen dies ändern. Dabei begrenzt die Firma ihre Dienste nicht auf Warner-Künstler und öffnet sich damit für ein größeres Umsatzpotenzial.

Bezeichnend ist der erste Auftrag: 50 Cent veröffentlicht seine Platten bei Universal Music, seinen neuen Werbevertrag wickelt die BAG ab – und Warner verdient mit. Über die nächsten 18 bis 24 Monate arbeiten der Rapper und die General-Motors-Automarke Pontiac zusammen. Am Design des Modells G6 GXP Street Edition wirkt 50 Cent mit, das Auto wird vermutlich in Videos und auf dem CD-Cover auftauchen und die Werbespots für den Flitzer werden wohl mit 50-Cent-Musik vertont.

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