Die Warner Music Group (WMG) will den Markt mit einem neuen Trägerformat beleben. Was SACD, DVD Audio und DualDisc nicht gelang, soll voraussichtlich ab Oktober das DVD-Album richten. Das Format soll so ziemlich alle gängigen Produktkonfigurationen auf einer Scheibe vereinen, berichtet das „Wall Street Journal“.
Dem Vernehmen nach habe sich die WMG beinahe alle nötigen technologischen Lizenzen für das Kombiprodukt gesichert, das neben der Stereo-Audiospur des regulären Albums auch eine Surround-Version, Remixe, Klingeltöne, Fotos, Videos und vor allem Songfiles für den Digitalplayer der Kunden beinhalten soll. Angeblich sollen zumindest die amerikanischen Warner-Labels schon in dieser Woche die technischen Koordinaten für die VÖ-Planung der neuen Produkte erhalten. Im Oktober sollen dann die ersten Titel erscheinen, eine flächendeckende Markteinführung soll Anfang 2007 erfolgen.
Im Gegensatz zu der mäßig erfolgreichen DualDisc verfüge das DVD-Album über die vierfache Speicherkapazität. Doch der neue Musikträger hat auch einen Haken: Er lässt sich nicht in CD-Laufwerken abspielen, was den Einsatz im Auto und vor allem an vielen Computern verhindert. Um den Kunden dennoch die Möglichkeit zu geben, ihre mit dem DVD-Album erworbene Musik auf ihren MP3-Player zu übertragen, enthält das Format zusätzlich Soundfiles, die exportiert werden können. Dabei soll es sich jedoch nicht um universell verwendbare MP3-Dateien, sondern vermutlich um kopiergeschützte AAC-Files handeln.
Das WSJ stützt sich auf Insider, die davon berichten, Warner Music werde diesbezüglich mit Apple Computer kooperieren. Angeblich soll bei den DVD-Alben das FairPlay-DRM zum Einsatz kommen, das auch im iTunes Music Store die Nutzungsbedingungen der verkauften Digitalware regelt. Da Apple jedoch seinen hauseigenen Kopierschutz bislang an niemanden lizenziert hat, wird angenommen, dass Apple selbst die Dateien verschlüsselt, bevor sie auf der DVD landen.
Möglich wäre auch, dass die DVD nur einen „digitalen Gutschein“ für den Einkauf bei iTunes enthält. Was dieses Konzept für diejenigen Kunden bedeutet, die sich für Alternativprodukte zu iTunes und iPod entschieden haben, ist dabei noch unklar.





