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Warner Music muss weitere Akten im Payola-Fall offen legen

Die Warner Music Group hat von New Yorks Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer eine weitere Vorladung erhalten. Für das Unternehmen, das sich auf seinen Börsengang vorbereitet, ist dies bereits die dritte Aufforderung der Ermittler, Dokumente im Zusammenhang mit Payola-Verdächtigungen vorzulegen.

Die Warner Music Group (WMG) hat am 31. März von New Yorks Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer eine weitere Vorladung erhalten. Für das Unternehmen, das sich auf seinen Börsengang vorbereitet, ist dies bereits die dritte Aufforderung der Ermittler, Dokumente im Zusammenhang mit Payola-Verdächtigungen vorzulegen. Schon am 7. September und danach am 22. November hatte Spitzer bei Warner um Offenlegung der Akten gebeten. Spitzer will prüfen, inwieweit Musikunternehmen mithilfe von Mittelsmännern Einfluss auf die Platzierung von Songs im Radio nehmen. Die WMG habe Spitzer umfassende Kooperation zugesagt und will die geforderten Akten noch in diesem Monat vollständig abliefern. Auch EMI Music hat bestätigt, vom Chefermittler des US-Bundesstaats New York Post bekommen zu haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind auch Universal und Sony BMG Gegenstand von Spitzers Nachforschungen, doch offiziell wurde dies nie bestätigt.

Warner machte die Vorladung mit einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC öffentlich. Beim bevorstehenden IPO und auch in der Zukunft könnten Geldstrafen wegen Payola das Ansehen der WMG schädigen, so das Unternehmen. Die Ermittlungen Spitzers seien noch in einem frühen Stadium, daher könne man derzeit noch keine Vorhersagen zu ihrem Ausgang machen. Der Fall berge jedoch das Potenzial, die gegenwärtigen Methoden der Radiopromotion für die gesamte Musikindustrie zu verändern. Doch nicht nur bei den Plattenfirmen pocht New Yorks Generalstaatsanwalt auf Akteneinsicht, im Februar bat Spitzer auch die führenden Radiokonzerne der USA, ihre Bücher offen zu legen.

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