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Warner-Investor äußert Bedenken über EMI-Marktwert

Im Dauergeplänkel um die geplante Fusion von Warner und EMI argumentieren die Mehrheitseigner des US-Majors nun subtiler. Auf einer Fachtagung erklärte Scott Sperling, dass man als potenzieller Käufer der Briten über die finanzielle Entwicklung der letzten Monate besorgt sein müsse.

Im Dauergeplänkel um die geplante Fusion von Warner Music und EMI Group argumentieren die Mehrheitseigner des US-Majors nun subtiler. Auf einer Fachtagung für Investoren und Finanzexperten in New York erklärte Scott Sperling, Co-President der Private-Equity-Firma Thomas H. Lee Partners, dass man als potenzieller Käufer der Briten über die finanzielle Entwicklung der letzten Monate besorgt sein müsse. Thomas H. Lee gehörte neben Bain Capital und Providence Equity zu dem Investorenkonsortium, das Edgar Bronfman jr. im März 2004 half, die Warner Music Group (WMG) aus dem Time-Warner-Konzern herauszukaufen. Die Finanzgruppe hält derzeit rund 37 Prozent der WMG-Anteile.

Die schrumpfenden Gewinne und das Negativwachstum bei EMI würden „immer problematischer“, befand Sperling. „Wir wollen in Bezug auf das, was wir da möglicherweise kaufen und was mit dieser Firma möglich ist, sehr realistisch bleiben.“ Das EMI-Management hatte Anfang März ein Übernahmeangebot in Höhe von 260 Pence pro Aktie – also insgesamt umgerechnet 3,06 Milliarden Euro – als zu niedrig abgelehnt.

Im Sommer 2006 wäre Warner noch bereit gewesen, 320 Pence zu bezahlen. „Das liegt natürlich nicht einmal annähernd in der Preisregion, die man heute ausgeben würde“, sagte Sperling und stimmte die EMI-Aktionäre damit auf eine neue, niedrigere Offerte ein. „EMI hat eine Reihe enttäuschender Ergebnisse vorgelegt und wir sehen derzeit keine Trendwende.“

Den Börsenhandel am 10. April beendete die EMI-Aktie mit 222,75 Pence leicht im Minus, das WMG-Papier legte minimal auf 17 Dollar zu.

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